Darauf warten die Eishockey-Fans: Spiele wie hier zwischen Adler Mannheim (rote Trikots) und Red Bull München. FOTO: DPA
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Darauf warten die Eishockey-Fans: Spiele wie hier zwischen Adler Mannheim (rote Trikots) und Red Bull München. FOTO: DPA

Nicht alle machen mit

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(sid). Auch Lukas Podolski half den Kölner Haien. 500 "Immerwigger"-Tickets kaufte der Fußball-Weltmeister, um den Eishockey-Traditionsklub vor dem Aus zu bewahren. Rund 35 000 dieser virtuellen Karten hat der achtmalige Meister bislang an den Fan gebracht, doch ob es tatsächlich "immer wigger", also immer weiter geht, ist noch offen.

Die Haie sind einer von sechs Klubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die nicht am MagentaSport Cup, dem Testlauf für den schon zweimal verschobenen Saisonstart, teilnehmen. Am 19. November müssen "die Karten auf den Tisch, auch wenn das Blatt schlecht ist", wie DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagte. Dann entscheidet die Liga, ob es am 18. Dezember mit dreimonatiger Verspätung endlich aufs Eis geht - und wie viele Klubs mitmachen.

"Die nächsten Tage werden entscheidend sein", sagte Haie-Geschäftsführer Philipp Walter, "dann müssen wir einen Strich unter alle Maßnahmen ziehen, denn am 19. kommt es zum Schwur." Angepeilt hatten die Kölner 100 000 virtuelle Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro, um einen kleinen Teil der ausbleibenden Zuschauereinnahmen ausgleichen zu können. Denn planen müssen die DEL-Klubs ohne Fans in den Arenen, die an den Spieltagen normalerweise für durchschnittlich 60 Prozent der Einnahmen sorgen.

Die Spieler haben auf bis zu 60 Prozent ihres Gehalts verzichtet, um eine verkürzte Saison zu ermöglichen. Die Sponsoren haben signalisiert, bei der Stange zu bleiben. Der Hauptgesellschafter, der Koblenzer Medizinsoftware-Milliardär Frank Gotthard, legt dem Vernehmen nach drauf. Dauerkartenkunden sollen möglichst auf eine Rückzahlung verzichten. Außerdem haben die Haie den Antrag auf 800 000 Euro Coronahilfe aus dem Konjunkturpaket gestellt. Zu den sechs Klubs, die bislang eine Bewilligung erhalten haben, gehören sie aber nicht.

Bereits grünes Licht für eine DEL-Saison mit Geisterspielen haben die Nürnberg Ice Tigers und der ERC Ingolstadt gegeben. "Wir sind dabei", verkündete Nürnbergs Geschäftsführer Wolfgang Gastner in der vergangenen Woche. Der neue Hauptsponsor NCP war dabei "das Zünglein an der Waage". Es werde "kein Loch geben", betonte Gastner.

Beim ERC Ingolstadt war Sportdirektor Larry Mitchell bereits "so optimistisch wie noch nie in den letzten Monaten", am Dienstag teilte der deutsche Meister von 2014 dann mit: Bei einem Saisonstart am 18. Dezember wären wir dabei. "Danke an alle, die diesen Kraftakt möglich gemacht haben", betonte Geschäftsführer Claus Liedy in einer Stellungnahme.

Nürnberg hat ähnlich wie Köln eine Spendenaktion gestartet - unter dem Motto "Ice Tigers United". Weil sie nicht am MagentaSport Cup teilnehmen, haben die Franken elf Spieler in die 2. Liga oder Oberliga verliehen, damit sie bis zum geplanten Start Spielpraxis bekommen.

Offen ist noch, wie sich die Straubing Tigers entscheiden werden. Geschäftsführerin Gaby Sennebogen hatte vorgerechnet, dass eine Saisonabsage mit einem Minus von 1,5 Millionen, eine Spielzeit ohne Zuschauer aber mit vier Millionen Euro zu Buche schlagen würde. "Für mich steht die Wirtschaftlichkeit vor dem Sport", sagte Sennebogen der "Süddeutschen Zeitung": "Unser Ziel ist, dass es uns danach noch gibt."

Schwer tun sich auch die Augsburger Panther. Hauptgesellschafter Lothar Sigl erklärte, höchste Priorität habe, die Existenz über 2021 hinaus zu sichern. Die Iserlohn Roosters planen offenbar mit einem Rumpfteam, haben aber keine Spieler verliehen, um "alle Mann an Bord haben", wenn es losgehen sollte, so Manager Christian Hommel.

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