Neustart mit leisen Misstönen

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(dpa). Der Wolfsburger Meister-Trainer Stephan Lerch hat vor dem Neustart der Fußball-Frauen-Bundesliga die internationale Vorreiterrolle hervorgehoben. "Wir können sehr, sehr dankbar sein, dass wir diese Chance bekommen haben und wieder Fußball spielen dürfen", sagte Lerch vor dem ersten Spiel nach der coronabedingten Zwangspause. Am Freitag empfängt der Titelverteidiger VfL Wolfsburg (14.00 Uhr/DFB-TV) den 1. FC Köln, der 1. FFC Frankfurt erwartet den SC Sand.

. "Wir gehen mit großer Demut und großer Dankbarkeit an die Sache ran, dass es bei uns nicht so weit gekommen ist", sagte der 35-Jährige mit Verweis auf Saisonabbrüche in anderen europäischen Ligen. "Das ist generell für den Frauenfußball etwas sehr Positives und wird auch so nach außen hin wahrgenommen."

Lerch wertete die Erlaubnis der Politik und des Deutschen Fußball-Bundes als "ganz starkes Zeichen und ganz starkes Signal über Deutschland hinaus". Als europaweit erste Frauen-Profiliga setzt die Bundesliga ihre unterbrochene Saison fort. Doch in die Jubel-Arien mischen sich auch Misstöne. Einige Spielerinnen des FF USV Jena attackierten den DFB in einer gemeinsamen Aktion in den sozialen Netzwerken, die israelische Nationalspielerin Sharon Beck vom SC Freiburg sprach sich gegen den Neustart aus und kritisierte das Vorgehen des DFB.

"Es sind viele Spielerinnen, die berufstätig sind, die sich dafür jetzt auch Urlaub nehmen müssen. Wie stellt sich der DFB das vor?", sagte die 25-Jährige im SWR-Fußball-Podcast "Steil!" über die einwöchige Quarantäne, die die Mannschaften zuletzt antreten mussten.

Sechs Spieltage stehen noch aus, in der Tabelle führen die ungeschlagenen Wolfsburgerinnen vor Bayern München und Hoffenheim. Die Verfolger-Teams treffen am Samstag (13.00 Uhr/sportschau.de und BR24 Sport live) aufeinander. Auch in der Frauen-Bundesliga sind keine Zuschauer in den Stadien zugelassen.

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