Neureuther als Achter gefeiert

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Felix Neureuther liebt den Flutlicht-Slalom in Schladming – allein schon deswegen sind die emotionalen Gesten nach der Generalprobe für den WM-Slalom nachvollziehbar. Aber womöglich steckt auch mehr hinter dem Abschied im Zielraum.

Die Zuschauer in Schladming feierten Felix Neureuther auch ohne Bestzeit wie für einen Sieg, und der beste deutsche Skirennfahrer winkte zum Abschied ergriffen in die Massen. Womöglich war Rang acht beim Flutlicht-Rennen vor 45 000 Zuschauern am Dienstagabend tatsächlich die letzte Fahrt vor einer solchen Kulisse in Österreich für den 34-Jährigen – falls er tatsächlich nach dem WM-Slalom am 17. Februar aufhört, wie eine Boulevard-Zeitung zuvor behauptete. "Es wird sich zeigen. Ich werde bald eine Entscheidung bekannt geben", sagte Neureuther dem ORF. "Aber es war heute zum Genießen, es war sensationell hier." Alpinchef Wolfgang Maier wusste jedenfalls nichts von einem Goodbye seines seit Jahren besten Fahrers. "Ich kann noch nichts von einem Abschied sagen. Was die Kronen Zeitung sagt, da können wir nichts dafür", sagte Maier nach der WM-Generalprobe im Slalom. Zu Saisonbeginn hatte Neureuther den Vertrag mit seinem Ausrüster bis 2022 verlängert und gesagt: "Fakt ist, dass da ein längerfristiges Ziel dahinter ist. Das ist nicht nur eine Zahl, damit da was steht." In Adelboden vervollständigte er den Satz "Die WM ist für mich..." mit den Worten: "Vielleicht ein sehr schöner Abschluss."

19 Tage vor der WM-Entscheidung war Neureuther erneut anzumerken, wie viel Kraft und Energie ihn die letzten Monate gekostet haben und wie groß der Rückstand auf die Form von vor dem Kreuzbandriss noch ist. "Ich bin seit Längerem körperlich schwer am kämpfen. Das macht sich bei so schwierigen Verhältnissen bemerkbar", sagte er. "Mit dem ersten Durchgang kann ich nicht zufrieden sein, der zweite war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung", sagte er dem BR.

Neureuther machte sich eine bessere Platzierung mit einem schwachen ersten Durchgang zunichte, bei dem er wie zuletzt öfter keine gute Materialabstimmung erwischte. "Ich war im Endeffekt chancenlos", sagte er, "ich habe einfach überhaupt keinen Grip aufgebaut." Seit dem Comeback nach einer langen Verletzungspause sucht er nach dem richtigen Setup und meinte eigentlich, es in Kitzbühel gefunden zu haben.

Eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaften im schwedischen Are setzte sich der Österreicher Marcel Hirscher mit stolzen 1,21 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault durch, Dritter wurde der Schweizer Team-Olympiasieger Daniel Yule (+160). Für Hirscher war es der vierte Slalomsieg in Schladming nach 2012 und 2018 (Weltcup) sowie 2013 (WM). Hirschers großer Rivale Henrik Kristoffersen (Norwegen) schied im zweiten Durchgang aus. Für den Franzosen Clement Noel, zuletzt Sieger der Prestige-Slaloms in Wengen und Kitzbühel, war Schladming schon nach sechs Sekunden im ersten Durchgang beendet.

Neben Neureuther schaffte es von den insgesamt sieben deutschen Läufern nur Dominik Stehle (Obermaiselstein) in den zweiten Durchgang, kam nach einem groben Fehler aber nur auf Platz 22 (+4,85) der Endabrechnung. Fritz Dopfer (Garmisch) als 46. (+4,56) und Linus Straßer (München) als 52. (+5,05) verpatzten ihren Lauf völlig und verpassten das Finale der besten 30.

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