Manuel Neuer kann heute mit seinem 95. Länderspieleinsatz mit Sepp Maier gleichziehen. FOTO: DPA
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Manuel Neuer kann heute mit seinem 95. Länderspieleinsatz mit Sepp Maier gleichziehen. FOTO: DPA

Neuer zieht mit Maier gleich

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Elf Jahre nach dem Debüt wird Manuel Neuer gegen die Ukraine zum 95. Mal im DFB-Tor stehen - sofern das Spiel stattfindet. Der Weltmeister von 2014 löst dann den Weltmeister von 1974 als Rekordmann ab. Sepp Maier glaubt, dass sein Nachfolger die Hundertermarke locker übertreffen wird: "Dem fehlt ja nichts."

Sepp Maier hätte nach seinem letzten Länderspiel anno 1979 auch nicht gedacht, dass er den Titel Rekord-Nationaltorhüter über vier Jahrzehnte führen würde. Aber nun kann es so weit sein: Manuel Neuer kann mit dem 76 Jahre alten Fußball-Rentner Maier zunächst am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) in Leipzig gegen die Ukraine mit seinem 95. DFB-Einsatz gleichziehen und dann im zweiten Nations-League-Spiel drei Tage später in Spanien zum alleinigen Rekordkeeper aufsteigen.

Maier kann den Verlust seines Ehrentitels verschmerzen. "Das ist mal Zeit geworden", sagte der Gaudi-Bursche lachend im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur vor Neuers möglichem Rekordspiel. "Es ist 41 Jahre her, dass ich die Marke aufgestellt habe. Daran sieht man, was das für eine großartige Leistung von mir war. Ich beglückwünsche Manuel Neuer." Maier bestritt seine 95 Länderspiele zwischen 1966 und 1979. Neuer benötigte - trotz einer langwierigen Fußverletzung vor der WM 2018 - nur elf Jahre, um sie zu egalisieren. Der gebürtige Gelsenkirchener debütierte am 2. Juni 2009 bei fast 40 Grad Celsius in Dubai beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Maier und Neuer verbindet, dass sie beide als Nummer 1 beim FC Bayern München eine Ära prägten bzw. prägen. Maier wurde 1974 Weltmeister, Neuer 40 Jahre später. Joachim Löw stimmt vor Neuers Rekordspiel eine Hymne auf seine Nummer 1 an. "Manuel Neuer ist ein Ausnahmetorhüter, ein Glücksfall für den Fußball in Deutschland. Für die Entwicklung unseres Spiels und für die Erfolge in der vergangenen Dekade war er einer der größten Faktoren", schwärmte der Bundestrainer: "Rekord-Nationaltorhüter im Torhüterland Deutschland - das ist eine besondere Leistung."

Und ein Ende von Neuer im DFB-Tor scheint nicht in Sicht. "Ich bin fit, ich fühle mich richtig gut und habe Spaß am Fußball", sagte der Ausnahmekönner bei seinen letzten DFB-Einsätzen im Oktober. Die nächsten Ziele sind die wegen Corona verschobene EM 2021 und die Winter-WM 2022 in Katar. Maier ist überzeugt davon, dass Neuer als erster deutscher Torwart auch die magische Hunderter-Marke überbieten wird: "Manuel Neuer wird bestimmt über 120 Länderspiele bestreiten." Maier sieht schließlich keinen Grund, warum der 34-jährige Neuer in absehbarer Zeit abtreten sollte: "Warum denn? Dem fehlt ja nichts."

Seit zehn Jahren ist Neuer die Nummer 1 im Nationalteam. Er hat das Torwartspiel weltweit in eine neue Dimension geführt mit seiner offensiven Interpretation als Fußball spielender Schlussmann, quasi als Torwart-Libero. Die vergangene Triple-Saison des FC Bayern ist für Maier auch ein Verdienst von Neuer: "So viele Titel holt eine Mannschaft nicht ohne einen ausgezeichneten Torwart."

Für die Torhüter-Legende ist Neuer ein würdiger Nachfolger als Rekordkeeper. "Das hätte aber auch schon Oliver Kahn verdient gehabt. Aber das hat Jürgen Klinsmann verhindert", bemerkte Maier. Der heutige Bayern-Vorstand Kahn (51) kam von 1995 bis 2006 auf 86 Länderspiele. Vor der WM 2006 in Deutschland wurde er vom damaligen Bundestrainer Klinsmann zur Nummer 2 hinter Jens Lehmann degradiert.

Maier, viele Jahre Kahns Torwarttrainer sowohl bei den Bayern als auch beim Nationalteam, war schon zuvor von Klinsmann als Bundestorwarttrainer durch Andreas Köpke ersetzt worden. Ansonsten hätte Maier sogar noch Manuel Neuer beim DFB trainiert.

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