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Geschlossenheit ist Trumpf: Hertha-Trainer Pal Dardai (2. v. r.) schwört sein Team nach dem 1:1 in Mainz sogleich auf kommende Aufgaben ein.

Neuer Teamgeist

  • vonSID
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Hertha BSC Berlin schöpft Mut für das Mammutprogramm im Abstiegskampf. Beim Comeback nach der Coronapause stimmte vor allem die Geschlossenheit zuversichtlich.

Den Comeback-Punkt nahm Sami Khedira natürlich nur zu gerne mit, schließlich war er für Hertha BSC nach der langen Quarantäne ein »kleiner Schritt in die richtige Richtung«. Und doch gab es für den Weltmeister von 2014 viel Wichtigeres. »Unsere Leistung hat gezeigt, dass noch nicht alles richtig rund läuft, aber dass wir als Team kämpfen«, lobte Khedira nach dem 1:1 beim FSV Mainz 05: »Denn es geht immer nur, wenn du merkst, dass eine Familie auf dem Platz steht, ein Teamgeist herrscht und jeder für jeden kämpft.«

Dieser neue Teamgeist soll Herthas Trumpf im Abstiegskampf sein. Das war freilich nicht immer so - ansonsten würde eine Mannschaft solcher Qualität nicht als Tabellenvorletzter in den Saisonendspurt gehen. Doch die Hoffnung lebt, die Berliner sind in der zweiwöchigen Isolation enger zusammengerückt und überzeugten im Nachholspiel bei den formstarken Mainzern vor allem durch diese Geschlossenheit. »Dessen«, sagte Mittelfeldstratege Khedira, »ist sich unsere junge Mannschaft immer bewusster geworden.«

Zwar hakte es spielerisch teilweise noch gewaltig - nach nur drei Trainingseinheiten nach der Quarantäne auch nicht verwunderlich. Doch der Wille, den Abstiegskampf anzunehmen und an einem Strang zu ziehen, war bis hin zur lautstarken Bank zu spüren. »Ich bin sehr zufrieden. Das war mehr als ich erwartet habe«, schwärmte Trainer Pal Dardai, schließlich habe sein Team in der zweiten Hälfte auch »bessere Spielzüge gezeigt« - und durch Krzystof Piatek (82.) sogar die Riesenchance auf den Sieg. Doch der Pole brachte den Ball aus drei Metern nicht im Tor unter.

»Auf diesem Spiel kann man aufbauen«, befand Dardai dennoch und betonte: »Wichtig ist diese Gemeinsamkeit.« Und deshalb schwor der Coach sein Team auch entgegen seiner Gewohnheiten nach dem Schlusspfiff noch im Mittelkreis auf die anstehenden kräftezehrenden Aufgaben ein. Bereits am Donnerstag (18.30 Uhr/DAZN) kommt der SC Freiburg zum Nachholspiel in die Hauptstadt, mit einem Sieg wäre ein Nichtabstiegsplatz schon wieder erreicht. Am Sonntag (18 Uhr) geht’s dann zu Arminia Bielefeld.

Den eng getakteten Terminplan mit Spielen im Drei-Tages-Rhythmus will Dardai aber nicht als Ausrede zählen lassen. »Als wir Champions League gespielt haben, hatten wir auch so viele Spiele«, erinnerte der Ungar an lange zurückliegende Erfolge. Die Fitness sollte ohnehin kein Problem darstellen. »Unser Athletiktrainer hat uns durch die Wohnung gescheucht«, erzählte Torhüter Alexander Schwolow vom Home-Training: »Man hat gesehen, dass wir von der Luft her keine Probleme hatten.

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