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Martin Kaymer möchte endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Neuer Anlauf

  • VonSID
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(sid). »Zurück in die Zukunft«: Für Deutschlands Topgolfer Martin Kaymer gilt das Motto in dieser Woche mehr denn je. Wenn der 36-Jährige ab Donnerstag bei der US Open auf dem Torrey Pines South im kalifornischen La Jolla an der Pazifikküste abschlägt, gehen seine Gedanken auch zurück ins Jahr 2014, zu der US Open in Pinehurst. Dort gewann ein überragender Kaymer sein zweites Major, mit fünf Schlägen Vorsprung!

»Das waren die konstantesten vier Runden am Stück, die ich bis jetzt in meiner Karriere gespielt habe«, sagte Kaymer.

Seitdem sei »viel passiert«, sagte Kaymer, »ich habe mich als Spieler und Mensch weiterentwickelt.« Was für den Menschen Kaymer sichtbar erscheint, der selbstbewusst ist und offener wirkt, gilt für den Golfer Kaymer noch nicht im gewünschten Maße. Der Triumph von Pinehurst war sein bislang letzter Toursieg. Trotz allen Bemühens hat sich der Rheinländer noch nicht wieder belohnen können.

Sein Rezept zur Abhilfe klingt einfach und plausibel. »Ich muss versuchen, alles Neue seit 2014 mit der Konstanz von damals zu kombinieren«, sagte Kaymer, »dann bin ich zuversichtlich, dass es bald auch wieder mit einem Sieg klappt.«

Dieses »damals« liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück, am gleichen Tag wie die Golfer bei der US Open startete die Fußball-WM in Brasilien mit dem Triumphmarsch der deutschen Mannschaft zum vierten Stern. Es war die Zeit, als Kaymer auf dem besten Weg war, in die großen Fußstapfen des deutschen Golf-Idols Bernhard Langer treten zu können.

Kaymer gewann zwischen 2008 und 2014 elf Turniere der Europa-Tour, darunter auch die beiden Majors US PGA Championship 2010 und eben jene US Open 2014. Er war Anfang 2011 die Nummer eins der Welt, war dreimal Mitglied des siegreichen europäischen Ryder-Cup-Teams. Kaymer spielte bei den Großen mit, gehörte zu ihnen. Dann riss der Faden, zusammenbringen konnte er die beiden Enden bis heute nicht.

Doch Kaymer lässt sich nicht entmutigen und will auch nichts dem Zufall überlassen. Und so reiste er bereits am Freitag an die kalifornische Pazifikküste. »Damit ich zum Turnierstart keine Probleme mit dem Jetlag mehr habe«, sagte Kaymer, der zum Start ausgeschlafen sein muss. Am Donnerstag beginnt er seine erste Runde bereits um 7.51 Uhr Ortszeit, gemeinsam mit den US-Profis Webb Simpson und Gary Woodland, beide ebenfalls ehemalige US-Open-Sieger.

An Kaymers Seite ist auch wieder Caddie Craig Connelly, der wegen der Corona-Einreiseproblematik nicht zu Kaymers letztem Turnier in Hamburg anreisen durfte. Den Platz kennt das Duo gut. »Ich komme hier gut zurecht, ich freue mich auf die Woche«, sagte Kaymer.

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