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Neue Seriosität

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Bester Laune sind BVB-Torschütze Donyell Malen (l.) und Torhüter Gregor Kobel nach dem 1:0-Sieg. © DPA Deutsche Presseagentur

(sid). Erling Haaland bejubelte auf der Tribüne die neue Seriosität im Spiel von Borussia Dortmund, bei RB Leipzig und Trainer Jesse Marsch war die gute Laune nach dem Zwischenhoch in der Liga dagegen schon wieder verflogen. Ein Spektakel hatten beide Fußball-Bundesligisten im zweiten Spiel der Champions-League-Gruppenphase nicht geboten. Die Bewertung und die Folgen für das Rennen um das Achtelfinale fielen dennoch höchst unterschiedlich aus.

Beim BVB sorgte eine beruhigende Erkenntnis für Zufriedenheit: Es geht auch ohne Ausnahmestürmer Haaland. Beim 1:0 (1:0) gegen Sporting Lissabon hatte dessen Stellvertreter Donyell Malen endlich die ersehnte Tor-Explosion gefeiert. Natürlich konnte Malen den Norweger nicht vollständig ersetzen. Ohne Haaland fehlte vorne die Wucht, die Ehrfurcht des Gegners war eine andere. Auch zeigte Dortmund nicht das gewohnte Spektakel. Es war ein Spiel »ohne Highlight-Fußball«, wie Sportdirektor Michael Zorc es einschätzte. Trotzdem vollendete der BVB im Pflichtsiegmodus der perfekten Sechs-Punkte-Start. Allerdings zog sich Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud eine Innenbandüberdehnung im linken Knie zu. »Man muss nicht schnicken, muss nicht zaubern«, sagte Abwehrchef Mats Hummels, »man muss einfach das machen, was zum Torerfolg führt. Dann gewinnt man auch mal 1:0, ohne zu glänzen.«

Malens Erlösung kam gerade recht. Neun Stunden lang hatte der 30-Millionen-Einkauf auf sein erstes Tor gewartet. »Dafür lebt man als Stürmer, ich könnte nicht glücklicher sein«, sagte der 22-Jährige.

Bei RB Leipzig ragte am Dienstagabend kein Spieler heraus. Der Vizemeister hatte beim 1:2 (1:2) gegen den FC Brügge als Kollektiv versagt. »Ich war überrascht, dass wir so schlecht gespielt haben«, sagte Coach Marsch und schob einen klaren Vorwurf an die Spieler hinterher: »Wir haben uns nicht an den taktischen Plan gehalten.« Zu hektisch habe man vor allem in der schwachen ersten Halbzeit agiert. Leipzig verfiel in überwunden geglaubte Muster. RB war defensiv äußerst anfällig, die Abstimmung fehlerhaft. Offensiv leistete sich das Team viele einfache Ballverluste und Fehlpässe, »jeder gewonnene Ball war in zwei Sekunden wieder weg. So kann man kein Spiel gewinnen«, monierte Torhüter Peter Gulacsi.

RB fremdelt mit den neuen Ideen

Das Problem dürfte jedoch ein grundsätzliches sein. Die Mannschaft, die unter Julian Nagelsmann erfolgreich war, fremdelt noch immer mit den Ideen und Impulsen des neuen Trainerstabs. So ist der Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse kaum noch zu schaffen. Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel ist der Vizemeister in der Hammergruppe A abgeschlagen Letzter.

In den kommenden beiden Spielen treffen die Sachsen nun auf die Weltauswahl von Paris St. Germain. Englands Meister Manchester City ist ein weiterer Gegner. Marsch: »Wir haben eine schwere Aufgabe in dieser Gruppe und es uns noch schwerer gemacht.«

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