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Neue Regeln für Leihgeschäfte

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(dpa). Bis zum Ende des Winter-Transferfensters am Montag dürften solche Formulierungen weiter Konjunktur haben: Spieler XY braucht mehr Einsatzzeit, die wir ihm derzeit nicht bieten können. Oder: Die Leihe ist zum jetzigen Zeitpunkt eine gute Option für beide Seiten. Alle machen es in der Fußball-Bundesliga, alle machen es im internationalen Geschäft.

Spieler auszuleihen von anderen Clubs, die dort nicht zum Einsatz kommen, aber oft viel Geld kosten. Spieler verleihen, die im eigenen Kader eher nicht berücksichtigt werden, aber durch einen befristeten Deal noch mal ein bisschen Geld in die Kasse bringen. »Wenn jemand mithalten will im Spiel der Großen, dann fängt er auch an, kreativ zu werden«, sagt der deutsche Spielerberater Roger Wittmann (61).

Mancherorts sind sie halt nur ein bisschen zu kreativ aus Sicht des Weltverbandes FIFA. Der FC Chelsea beispielsweise führt - Stand Freitag - auf seiner Homepage unter Leihspielern 21 Profis auf. Darunter sage und schreibe allein drei Torhüter. Die sogenannte Loan Army des Clubs aus London ist schon seit Jahren legendär. Bei Atalanta Bergamo ist die Liste der ausgeliehenen Profis noch deutlich länger. Seit dieser Woche zählt auch der deutsche Nationalspieler Robin Gosens dazu, ausgeliehen an Inter Mailand mit Kaufverpflichtung nach dieser Saison.

60 Leihspieler oder so fände auch er übertrieben, meinte Wittmann, das sei konzeptlos. Dass die FIFA die Regeln für die Leihgeschäfte aber nun verschärfen will, missfällt dem Spielerberater gehörig, erst recht in den schwierigen Zeiten des Coronavirus. »Ich glaube, dass das völlig praxisfremd ist. Jeder Verein, der in Not gerät, gerade in Zeiten der Pandemie, muss machen können, was er will«, sagte Wittmann, nicht ohne anzufügen, dass er nichts erkennen könne, das die FIFA jemals gut gemacht habe. »Das sind alles Dinge, die weltfremd sind.«

Im Detail will die FIFA vom 1. Juli an die Leihen zeitlich befristen und die Zahl der Spieler auch eingrenzen. Die Dauer muss dann mindestens den Zeitraum zwischen zwei Registrierungsperioden und darf maximal ein Jahr betragen. Ausgeliehene Profis dürfen nicht an Drittvereine weiterverliehen werden. Ein Club darf während einer Saison nur drei Spieler an einen bestimmten Verein ausleihen und die Gesamtzahl pro Saison soll bei jeweils acht ausge- und verliehenen Profis liegen. Ab dem 1. Juli 2024 wird des noch mal heruntergesetzt auf jeweils sechs Spieler. Profis bis 21 Jahre und Spieler, die ein Club selbst ausgebildet hat, fallen nicht unter die Regel.

»Ich glaube, dass die Pandemie viele dazu zwingt, auf junge Spieler zu setzen, und dass das den jungen Spielern hilft. Dass man die Spieler verleiht, die kostenungünstiger sind, und den jungen eine größere Chance gibt«, sagte Wittmann. Ob das alles aber tatsächlich auch immer so gut für die Entwicklung von Spielern ist - es bleibt fraglich. Nachteile, nicht richtig in einem Verein Fuß fassen zu können, sollten nicht unerwähnt bleiben.

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