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Denise Herrmann will in Pokljuka angreifen.

DER WM-ZEITPLAN

»Natürlich eine Medaille«

  • vonSID
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(sid). Die Spieleabende mit den Teamkollegen fallen aus. Beim Mittagessen muss der Mindestabstand eingehalten werden, und auf den Zimmern ist es einsam. Die Widrigkeiten dieses verflixten Corona-Winters belasten auch den Saisonhöhepunkt der Biathleten. Dennoch fiebern die deutschen Skijäger der WM auf der slowenischen Hochebene Pokljuka entgegen.

»Man freut sich schon, wenn es endlich losgeht«, sagte Denise Herrmann vor dem Beginn der Titelkämpfe am morgigen Mittwoch. Die Vorfreude will sich die Sportsoldatin aus Oberwiesenthal nicht nehmen lassen, auch wenn es diesmal ganz anders abläuft als gewohnt. »Letztes Jahr haben wir auch mit den Männern ein paar Exit-Spiele gespielt und mal ein Gläschen Wein getrunken«, erzählte Herrmann wehmütig. Dieses Mal geht es nach einem anstrengenden Tag aufs Einzelzimmer.

Es sei schade, die »abendlichen Freizeitveranstaltungen fallen alle flach«. Ohne Ablenkungen galt der volle Fokus beim Trainingslager in Obertilliach in der vergangenen Woche dem letzten Feinschliff, um in Slowenien voll anzugreifen und möglichst viel Edelmetall zu sammeln.

Der Deutsche Skiverband (DSV) schickt zehn Athleten nach Slowenien, die ihr Quartier am Sonntag und Montag im idyllischen Bled aufschlugen. Etwa 20 Kilometer außerhalb stehen auf der Pokljuka 1340 Meter über dem Meeresspiegel zwölf Rennen auf dem Programm. Der Startschuss fällt am Mittwoch (15.00 Uhr/ARD und Eurosport) mit der Mixed-Staffel.

Topfavoriten aus Norwegen

Wegen Corona dürfen wie schon im Weltcup keine Fans im Hochrisikogebiet Slowenien an der Strecke sein. Zumindest für die Sportler nichts Außergewöhnliches mehr: »Auf der Pokljuka wären eh nicht so viele Zuschauer dagewesen, um daraus Festspiele zu machen wie letztes Jahr in Antholz«, erklärte Erik Lesser. Es fühle sich »tatsächlich wie ein normaler Wettkampf an«.

Die Topfavoriten auf die Medaillenränge kommen fast geschlossen aus Norwegen. Bei den Männern führen Johannes Thingnes Bö, Sturla Holm Laegreid, Tarjei Bö und Johannes Dale den Gesamtweltcup an, bei den Frauen läuft fast alles über Marte Olsbu Röiseland und Tiril Eckhoff. »Sie trainieren besser, sind besser und deshalb sind sie in der Endabrechnung auch meistens alle vor uns«, sagte Lesser.

Für die deutschen Skijäger heißt es deshalb: Auf Fehler warten und die Chance nutzen. Vor allem in den Teamrennen lebt der Gold-Traum. »Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wollen wir in der Staffel eine Medaille erkämpfen«, gab Bundestrainer Mark Kirchner das primäre Ziel aus.

Grund zur Zuversicht geben die starken Auftritte der Frauen. »Wir sind alle gut drauf und werden voll angreifen«, kündigte Herrmann an, das Podium sei »natürlich immer unser Ziel«. Bei der WM im vergangenen Jahr sammelten die deutschen Biathleten fünf Medaillen, davon vier in Silber. Nun genießen Arnd Peiffer, Franziska Preuß und Co. erneut die Außenseiterrolle - mit Potenzial zur Überraschung. Angst vor einem positiven Corona-Test, der gleichbedeutend mit einem WM-Aus wäre, hat zumindest Lesser keine. Es gebe »natürlich Einfallstore«, aber »die versuchen wir zu eliminieren«, sagte der 32-Jährige: »In der Blase, in der wir uns bewegen, können wir uns schon sehr sicher fühlen.«

Mittwoch, 10. Februar, 15.00 Uhr: Mixed-Staffel.

Freitag, 12. Februar, 14.30 Uhr: Männer, Sprint.

Samstag, 13. Februar, 14.30 Uhr: Frauen, Sprint.

Sonntag, 14. Februar, 13.15 Uhr: Männer, Verfolgung / 15.30 Uhr: Frauen, Verfolgung

Dienstag, 16. Februar, 12.05 Uhr: Frauen, Einzel.

Mittwoch, 17. Februar, 14.30 Uhr: Männer, Einzel

Donnerstag, 18. Februar, 15.15 Uhr: Single-Mixed-Staffel,

Samstag, 20. Februar, 11.45 Uhr: Staffel Frauen / 15.00 Uhr: Staffel, Männer.

Sonntag, 21. Februar, 12.30 Uhr: Massenstart, Frauen / 15.15 Uhr: Massenstart, Männer.

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