Überragend: Bayerns Doppeltorschütze Serge Gnabry bejubelt seinen Treffer zur 1:0-Führung. FOTO: DPA
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Überragend: Bayerns Doppeltorschütze Serge Gnabry bejubelt seinen Treffer zur 1:0-Führung. FOTO: DPA

"Nahe an Weltklasse"

  • vonred Redaktion
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Arjen Robben ließ grüßen, als Serge Gnabry in der 18. Minute mit einem feinen Dribbling von rechts nach innen zog und den Ball unhaltbar zur 1:0-Führung des FC Bayern München gegen Olympique Lyon in den Winkel zirkelte. Es war der wichtige Türöffner in einem bis dato wackeligen Halbfinal-Auftritt des FCB.

Der sehenswerte Treffer entstand laut Gnabry in Co-Produktion mit den Bayern-Betreuern: "Vor dem Spiel hat ein Physiotherapeut noch zu mir gesagt: Wenn du nicht schießt, kann der Ball auch nicht reingehen. Zum Glück habe ich geschossen." Trainer Hansi Flick staunte ebenfalls nicht schlecht über das Traumtor seines Schützlings: "Das 1:0 war absolut herausragend, wie er es abgeschlossen hat und wie er es selbst vorbereitet hat. Serge hat einfach einen enorm guten Schuss mit beiden Füßen."

Mit seinem zweiten Treffer des Abends knapp 15 Minuten später brachte der Fußball-Nationalspieler seine Mannschaft dann endgültig auf die Siegerstraße. Die Belohnung: Gnabry wurde von der UEFA zum Mann des Spiels ausgezeichnet. Die noch größere Auszeichnung, zumindest auf verbalem Weg, erhielt der Flügelstürmer von Flick: "Man muss sagen, dass er schon nahe an einem Weltklassespieler ist. Er hat enorme Qualitäten. Ich bin der Überzeugung, dass er noch lange nicht am Ende ist."

Auf Rekordkurs

Ähnliche Töne schlug auch Vorstandsmitglied Oliver Kahn über den Flügelflitzer an: "Er ist ein Spieler, der sich in den letzten Monaten weiterentwickelt hat. Seine Leistungskurve geht von Jahr zu Jahr nach oben. Er ist noch lange nicht ganz oben angekommen und bringt trotzdem Top-Leistungen." Was den Außenstürmer dieser Tage und schon die komplette Saison über auszeichnet, ist sein direkter Zug zum Tor und seine Kompromisslosigkeit beim Abschluss. Oder wie es Kapitän Manuel Neuer am Abend kommentierte: "Serge hatte einen weiteren Sahnetag." Mit neun Treffern im laufenden Wettbewerb ist Gnabry zweitbester FCB-Torschütze hinter Robert Lewandowski (15 Tore). Zusammen haben sie einen Saisonrekord für die Champions League aufgestellt. Mit gemeinsam 24 Treffern verbesserten sie die Marke von Cristiano Ronaldo (17) und Gareth Bale (6), die 2013/14 auf 23 Treffer für Real Madrid kamen.

Kein Wunder, dass der Nationalstürmer derzeit vor Selbstbewusstsein strotzt. Bereits am Tag vor dem Halbfinale wurde Gnabry gefragt, warum der Königsklassen-Sieg heuer nur über den deutschen Rekordmeister gehe. Seine Antwort: "Weil wir es unbedingt wollen. Ich denke, das ist der entscheidende Faktor. Wir werden alles tun, um den Titel zu holen."

Nach seiner Gala gegen Lyon legte Gnabry mit ähnlichen Worten in bester Münchner "Mia san mia"-Manier nach: "Wir wollen das Triple unbedingt gewinnen und werden alles geben, um den Titel zu holen." BOK/JAU

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