Der nächste Rückschlag

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Drei Tage nach der 2:4- Niederlage in Lissabon muss sich Eintracht Frankfurt auch in der Liga geschlagen geben: Mit 1:3 verlieren die Hessen, die fast eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen müssen, gegen Augsburg, bleiben aber auf einem Champions- League-Platz. Sorgen bereitet die Verletzung von Verteidiger Martin Hinteregger.

Martin Schmidt hat mit dem FC Augsburg unterdessen eine perfekte Rückkehr auf die Bundesliga-Trainerbank gefeiert und der Eintracht im Kampf um den erstmaligen Einzug in die Champions League eine bittere Heimpleite zugefügt. Dank des 3:1 (2:1)-Erfolges beim Tabellenvierten, dessen Vorsprung vor Verfolger Borussia Mönchengladbach auf einen Zähler schmolz, verschafften sich die bayerischen Schwaben vorerst Luft im Tabellenkeller. "Wir haben uns mit den drei Punkten heute sehr viel Druck vom nächsten Wochenende genommen", kommentierte der neue Augsburger Trainer: "Ich habe eine funktionierende Mannschaft übernommen, eine Top-Mannschaft." Er lobte indirekt seinen Vorgänger Manuel Baum: "Man kann in einer Woche nicht aus einer faulen Truppe eine Siegermannschaft machen." Marco Richter avancierte am Sonntag mit einem Doppelpack (31./45.+4) zum umjubelten Matchwinner für die Augsburger, die durch Michael Gregoritsch (84.) zu einem weiteren Treffer kamen. Das Polster auf den VfB Stuttgart auf dem Abstiegs-Relegationsplatz beträgt vor dem direkten Duell am kommenden Samstag nun sieben Zähler.

Goncalo Paciencia hatte die Hessen in der 14. Minute per Kopf in Führung gebracht. Die Frankfurter verloren vor 51 000 Zuschauern aber nicht nur die Partie, sondern auch noch ihren Kapitän Gelson Fernandes (47.) nach einer Gelb-Roten Karte. Dabei hatte es für die Gastgeber gut angefangen. Unbeeindruckt von der ersten Pflichtspiel-Niederlage des Jahres beim 2:4 im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League in Lissabon legte die Eintracht richtig los und erspielte sich gleich zwei dicke Chancen durch Luka Jovic. Zunächst köpfte der Torjäger den Ball aufs statt ins Netz (4.), nur 60 Sekunden später scheiterte der von Europas Topclubs umworbene Serbe an FCA-Torwart Gregor Kobel.

Die Gäste hatten der Offensiv-Power der Hessen zunächst wenig entgegenzusetzen. Die Führung für den DFB-Pokalsieger ließ daher nicht lange auf sich warten. Filip Kostic flankte vom linken Flügel in die Mitte, wo Paciencia per Kopf vollendete. Der Portugiese ersetzte im Frankfurter Angriff den verletzten Sebastien Haller, und hinten rückte Almamy Touré für Evan N’Dicka in die zunächst wenig geforderte Dreierkette.

Nach 25 Minuten musste dann Eintracht-Abwehrspieler Martin Hinteregger, der im Januar als Leihgabe aus Augsburg gekommen war, verletzt vom Platz. Der Einsatz des Österreichers im Europa-League-Rückspiel gegen Benfica am kommenden Donnerstag ist gefährdet. "Er konnte nicht mehr sprinten, deshalb haben wir ihn vorsichtshalber vom Platz genommen", berichtete Eintracht-Trainer Adi Hütter. Eine genaue Diagnose lag am Sonntagabend noch nicht vor. "Ich hoffe, es ist nur eine Verhärtung", sagte Hütter. Für Hinteregger kam N’Dicka. Die Umstellung hinterließ Wirkung: Nur sechs Minuten später nutzte Richter eine Konfusion in der Eintracht-Abwehr zum Ausgleich. Und es kam noch besser für die Gäste, denn Richter legte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach und traf zur Führung.

Zuvor hatten auch die Augsburger einen personellen Verlust zu beklagen. Der nach einem Zusammenprall mit Kostic angeschlagene Torwart Kobel musste trotz zweimaliger Behandlungspause mit Verdacht auf Gehirnerschütterung passen, für ihn rückte Andreas Luthe (40.) zwischen die Pfosten.

Die nach der Pause erwartete Aufholjagd der Hausherren geriet frühzeitig ins Stocken: Nicht einmal 120 Sekunden nach Wiederbeginn flog Fernandes wegen wiederholten Foulspiels vom Platz. "Es ist ein Witz für mich. In der Bundesliga spielen wir keine Zweikämpfe mehr", schimpfte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic bei Sky über den Platzveweis.

Zwar waren die Hausherren um den Ausgleich bemüht, doch die klareren Möglichkeiten besaßen die Augsburger – die beste Chance hatte Ja-Cheol Koo (58.), dessen Schuss Makoto Hasebe auf der Linie per Kopf klärte. So blieb es spannend, bis Gregoritsch mit dem Tor zum 3:1 für den FCA die Partie entschied.

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