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Voller Einsatz ist heute von den deutschen Basketballern und Trainer Henrik Rödl gegen Kroatien gefragt.

Nächste knifflige Aufgabe

  • VonSID
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(sid). Früher wäre ein solcher Satz überflüssig gewesen. »Es sind Fans in der Halle«, sagte Bundestrainer Henrik Rödl in Split, doch in diesem Fall ist das tatsächlich kein ganz unwichtiger Aspekt. Denn wenn die deutschen Basketballer beim Olympia-Qualifikationsturnier mit dem Gastgeber Kroatien um den Einzug ins Endspiel streiten, treten sie auch gegen das Publikum an.

»Wir haben alle Hände voll zu tun«, weiß Rödl.

Leere Tribünen, Stille auf den Rängen. Das war einmal. Bis zu 4400 Besucher dürfen in die Spaladium Arena mit 11 000 Plätzen. Es werden auch wieder ein paar Deutsche dabei sein, etwa Edelfan Dennis Schröder, der mit Ehefrau Ellen und den beiden Kindern an die Adriaküste gereist ist. Doch auf den meisten Sitzen werden Kroaten beim Halbfinale am Samstag (16 Uhr/kostenfrei bei MagentaSport) Lärm machen.

Es ist die nächste knifflige Aufgabe für die deutsche Mannschaft, die gegen Mexiko (82:76) und Russland (69:67) keinen Glanz verbreitete, aber ihren Job erledigte. Die Chance ist groß, das Ticket nach Tokio winkt, doch der Druck ist es eben auch. Da stellt sich die Frage, wie das in der Gruppenphase gerade anfangs stets nervöse Team mit der mittlerweile eher ungewohnten Atmosphäre umgehen wird.

Zwar enttäuschten die Kroaten in der Vorrunde gegen Brasilien (vor 1500 Fans) auf ganzer Linie (67:94) und quälten sich im direkten Duell um den Halbfinalplatz (vor 1000 Fans) zum Sieg über Tunesien (75:70). Doch Rödl sagt: »Kroatien wird jeden Tag besser spielen.« Es sei schon überraschend gewesen, dass es »gegen Brasilien so einseitig war«.

Bislang haben die Kroaten die Chance auf Live-Basketball in einer Halle noch nicht in großer Zahl wahrgenommen. Dass es beim Turnier langsam ernst wird und das Spiel Samstagnachmittag stattfindet, könnte das Interesse aber erhöhen. Ein Hexenkessel, so wie es früher normal gewesen wäre, ist aber nicht zu erwarten.

Sportlich unterschätzt Rödl den Gegner nicht. »Wir haben sehr viel Respekt vor ihnen, alle Spieler sind sehr erfahren«, sagte der 52-Jährige und hob einen Profi besonders hervor. »Mit Bogdanovic haben sie einen der Superstars des Turniers. Er ist sehr schwierig zu kontrollieren.« Bojan Bogdanovic spielt in der NBA für Utah Jazz. Mit dem Team aus Salt Lake City scheiterte der 32-Jährige erst im Playoff-Viertelfinale und schloss sich danach dem Nationalteam an. In der Meisterrunde kam der Guard im Schnitt auf 18,1 Punkte.

»Die Kroaten sind ja schon eigentlich der Turnierfavorit«, sagte Kapitän Robin Benzing. Insgesamt gebe es aber in Split »viel Kampf, viel Krampf. Wir müssen aufpassen.« Man dürfe dem Gegner »keinen Raum geben zum Atmen«. Auch Niels Giffey erwartet eine schwierige Aufgabe. »Es wird echt hart, ein solch talentiertes Team in Kroatien zu schlagen«, sagte der Routinier. Der Berliner glaubt nach den Erfahrungen aus der Gruppenphase an die eigenen Stärken. »Wir haben die Spiele eng gehalten und zu Ende gebracht«, so Giffey: »Das können wir gegen eine Menge gute Teams schaffen. Kroatien gehört auf jeden Fall dazu.« Im Finale würde es am Sonntag gegen Brasilien oder Mexiko gehen.

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