Nach Paris ist vor Wimbledon

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(sid). Alexander Zverev setzte sich in ein Golfkart und drückte grinsend aufs Gas. Nach seiner Ankunft in Halle/Westfalen tauschte der deutsche Topspieler Racket gegen Holz und Eisen und tastete sich an der Seite von Doppel-Ass Kevin Krawietz schon einmal an den Rasen heran, der in den kommenden Wochen auch im Tennis bestimmend sein wird.

Zugleich versuchte der 24-Jährige, seinen Pariser Frust aus den Kleidern zu schütteln. Was ihm schwerfiel nach dem verpassten Finale bei den French Open. »Ich war sehr motiviert in Paris«, sagte Zverev am Sonntag: »Das ist alles Teil meines Weges und ich werde weiter daran arbeiten, dass ich mein Ziel erreiche.«

Tennis sei »ein harter Sport«, hatte Zverev zuvor schon auf Instagram geschrieben: »Aber das Gute ist, dass du neue Chancen und neue Möglichkeiten bekommst.« Er werde nach dem Halbfinal-Aus in der französischen Hauptstadt »alles tun, um stärker zurückzukommen«.

Also den nächsten Angriff auf seinen ersten Grand-Slam-Titel zu starten. Denn Trophäen bei den weltgrößten Turnieren sind Zverevs Anspruch, daran ließ er nach seiner Fünfsatz-Niederlage gegen Stefanos Tsitsipas bei den French Open keinen Zweifel.

Es bleibt aber Fakt, dass Zverev das Gesamtpaket eines Major-Champions noch nicht aufweisen konnte. In den entscheidenden Phasen fehlen ihm einige Prozent zur absoluten Weltklasse, er ist in den Matches zu unbeständig. Die Bilanz des Hamburgers gegen Top-Ten-Spieler bei Grand Slams steht bei 0:10.

Eine größere Analyse, was er verändern kann, um den letzten Schritt doch einmal zu schaffen, gab es in Stunden nach dem Aus in der französischen Hauptstadt nicht. »Da gibt es nicht viel aufzuarbeiten«, sagte Zverev. Er sei vielleicht zu nervös gewesen, nicht gut genug im Match drin, gerade in den ersten beiden Sätzen. Für längeres Hadern bleibt aber auch keine Zeit. Denn schon am 28. Juni beginnt in Wimbledon das nächste Highlight, »da freue ich mich drauf«, sagte Zverev.

Zunächst muss er aber beim Heimspiel in Halle ab Montag die Umstellung vom Sand auf den Rasen schaffen, die Vorbereitungszeit ist durch die Verschiebung der French Open um eine Woche sehr kurz. Auch Wimbledon-Rekordsieger Roger Federer (Schweiz), der in Paris vor dem Achtelfinale ausgestiegen war, und Tsitsipas sind am Start. Zverev bestreitet seine Auftaktpartie gegen die deutsche Nummer drei Dominik Koepfer.

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