FC Barcelona

"Mutter aller Debakel"

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(sid). Lionel Messi vor dem Absprung, Trainer Quique Setien vor dem Rauswurf - zwei Tage nach dem beispiellosen Champions-League-Debakel gegen Bayern München hat der "alte" FC Barcelona keine sportliche Zukunft mehr. Und muss sich, von der 2:8-Blamage gegen den deutschen Rekordmeister in den Grundfesten erschüttert, komplett neu finden - und erfinden.

Der sechsmalige Weltfußballer vermittelte bereits den Eindruck, als ginge ihn der Neuaufbau bei den Katalanen nichts mehr an. Videoaufnahmen zeigten, wie der Kapitän in der Halbzeitpause beim Stande von 1:4 apathisch und sichtlich ratlos in der Kabine hockte. Später, als der Mannschaftsbus am Hotel in der Stadt vorfuhr, wurden der gedemütigte Superstar und seine Mitspieler von den dort versammelten aufgebrachten Anhängern ausgebuht.

Die Reaktionen in Spanien, das nach der krachenden Niederlage gegen den FC Bayern erstmals seit 13 Jahren keine Mannschaft im Halbfinale der Champions League stellt, fielen gnadenlos aus. "Desaster", "Schande", "die Mutter aller Debakel" - die Medien zerrissen Trainer, Spieler und Präsidium in der Luft.

Weggeschwemmt vom "Tsunami" FC Bayern (Marca) wurde vor allem auch Marc-Andre ter Stegen: Acht Gegentreffer, so viele hatte noch keine Mannschaft in der K.o.-Runde der Champions League kassiert. "Es tut mir etwas leid für Marc, dass er so viele Tore kassiert hat", sagte Manuel Neuer über den Konkurrenten.

Am Freitagabend ging im "Stadion des Lichts" eine Ära zu Ende. Wer auch immer die Zukunft gestalten wird: Er steht vor einem Trümmerhaufen. "Wir sind am Tiefpunkt angelangt", sagte Gerard Pique. Der von der "Dampfwalze" FC Bayern München (Marca) überrollte Abwehrchef machte bei seiner Kritik auch vor sich selbst nicht halt. "Der Klub braucht Veränderungen. Keiner ist unantastbar, am allerwenigsten ich. Um das zu ändern", sagte der 33 Jahre alte Innenverteidiger, "ist frisches Blut nötig."

Zunächst wird es wahrscheinlich schon am Montag Trainer Quique Setien erwischen. "Es ist zu früh zu sagen, ob ich weitermache oder nicht, und es hängt auch nicht von mir ab", sagte er. Die große Frage wird aber sein: Was macht Messi?

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