Den Ferrari-Piloten Sebastian Vettel (r.) und Charles Leclerc droht in Monza der nächste Misserfolg. FOTO: DPA
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Den Ferrari-Piloten Sebastian Vettel (r.) und Charles Leclerc droht in Monza der nächste Misserfolg. FOTO: DPA

Mutlos zum "surrealen" Heimspiel

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(sid). Monza war eigentlich immer gut zu Ferrari. Zehntausende Fans in Rot säumen Jahr für Jahr die Strecke in der Hoffnung auf den Sieg, und in schwierigen Zeiten wird der Königliche Park stets zur Wagenburg: Selbst kleine Erfolge werden dann laut gefeiert, die bessere Konkurrenz wird gnadenlos ausgebuht, die Tifosi bekennen Farbe. In der Corona-Saison ist alles anders. Das gilt auch für Monza.

"Es wird sich sehr komisch anfühlen", sagt Sebastian Vettel vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky): "Ohne die Fans wird die Atmosphäre surreal sein. Und wir wissen schon vorher, dass es hart wird, vorne mitzufahren." Und das ist ziemlich untertrieben. Denn in Monza sind selbst kleine Erfolge für Ferrari in diesem Jahr kaum möglich. Der Kurs dürfte erneut alle Schwächen des SF1000 entblößen, so, wie es am vergangenen Wochenende in Spa passiert ist. Dort war Ferrari bis ans Ende des Feldes zurückgefallen.

Teamchef Mattia Binotto versucht sich vor dem doppelten Heimspiel in Monza und gleich anschließend in Mugello (13. September) zwar in Zuversicht, das Rennen in Belgien sei ein einmaliger Aussetzer gewesen, sagt der Italiener. Das ist allerdings eine wacklige These. Denn wie Spa ist Monza eine Hochgeschwindigkeitsstrecke. Es geht rasend geradeaus, dann wird hart gebremst, ein bisschen gelenkt, und dann geht es wieder rasend geradeaus. Und schon auf den schnellen Geraden in Spa war Ferrari ja geradezu "aufgefressen" worden, wie Vettel klagte. "Strecken wie diese tun uns weh", sagt er.

Ausgerechnet auf dem Autodromo Nazionale, wo die Tifosi vor einem Jahr den Sieg von Charles Leclerc bejubelten und zelebrierten, droht also die nächste Blamage für die Roten. Und es wird immer schwieriger, diese Saison noch irgendwie zu retten, die Dimensionen des Scheiterns sind schon jetzt etwas für die Geschichtsbücher.

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