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Lucas Hernandez (r.) ist beim 5:1 in Leverkusen (l. Amine Adli) einer der besten Bayern-Spieler.

Müller will wachsam bleiben

(sid). Schon 26 Minuten vor dem Schlusspfiff entspannten Robert Lewandowski und Thomas Müller gemeinsam auf der Bank. Den ungewohnt frühen, aber hochverdienten Feierabend in der BayArena genossen der Doppelpacker und der Torschütze am Rande der 5:1 (5:0)-Machtdemonstration bei »Verfolger« Bayer Leverkusen bei erheiternden Gesprächen sichtlich. »Klar, wenn du so ein Spiel ablieferst, dann sind wir Haudegen auch mal zum Flachsen aufgelegt«, sagte Müller.

Sie hatten an diesem Sonntagnachmittag allen Grund dazu. Bereits 27 Minuten vor der Auswechslung des Duos hatten die übermächtig auftretenden Bayern »mit einer Lawine an guten Aktionen den Deckel schon früh draufgemacht«, meinte Müller, der das zwischenzeitliche 3:0 (34.) erzielt hatte. Weltfußballer Lewandowski eröffnete das Offensivspektakel (4.) und leitete mit seinem zweiten Treffer (30.) magische sieben Minuten seiner Mannschaft ein. Schon in der Pause sei deshalb »klar gewesen, dass wir mit drei Punkten zurück nach München fahren«, bekannte der Pole.

Für diese endgültige Klarheit sorgte der überragende Serge Gnabry (35./37.), der die »gigantische« (Joshua Kimmich) erste Halbzeit der Bayern und seine eigene mit seinem Doppelpack krönte. »Das war so nicht einkalkuliert, weil der Gegner vorher eine so herausragende Saison gespielt hat«, sagte Julian Nagelsmann fast entschuldigend bei DAZN.

Entschuldigen brauchte sich der Bayern-Coach sicherlich nicht. Dem Begriff »Topspiel« wurden freilich nur die Bayern gerecht, die deutlich untermauerten, dass die Meisterschale nur über den FC Bayern führt. »Das wollen wir natürlich signalisieren. Und wenn uns das so gelingt, sind wir natürlich glücklich drüber«, sagte Müller, warnte aber: »Man sieht es in der Tabelle: Wir sind nicht weit vorn und deswegen müssen wir wachsam sein und die Freude beibehalten, Tore zu erzielen.«

Besonders hervorheben wollte Nagelsmann in all dem Freudentaumel Lucas Hernandez. Zwei Tage vor seinem Gerichtstermin am Dienstag in Madrid sah der 34-Jährige die »beste Saisonleistung« des in den vergangenen Tagen in den Blickpunkt gerückten Weltmeisters, der sich am Montag einen Tag früher als geplant dem Gericht stellte.

Müller schloss sich an. »Mich freut’s für den Luci, dass er heute so eine Leistung abrufen konnte«, sagte der Nationalspieler: »Ich kenne den Sachverhalt nicht genau, wie brisant das Ganze ist, aber trotzdem könnte das einen auch beschäftigen. Deswegen, Hut ab davor.«

Ursprünglich war die Anhörung für 11 Uhr am Dienstag angesetzt gewesen, dann meldete sich Hernandez verfrüht selbst. Damit hat der Verteidiger bis 28. Oktober Zeit, seine Haftstrafe in einer Strafanstalt seiner Wahl anzutreten. Aufgrund des erwartbaren medialen Interesses und der Vorbereitung auf das Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon am Mittwoch erschien der Bayern-Profi einen Tag früher.

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