Thomas Müller präsentiert sich seit Wochen in Bestform und gehört für immer mehr Fußball-Experten unbedingt ins EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw.		FOTO: DPA
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Thomas Müller präsentiert sich seit Wochen in Bestform und gehört für immer mehr Fußball-Experten unbedingt ins EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw. FOTO: DPA

Müller setzt Löw unter Druck

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(sid). Thomas Müller schmunzelte. Dass Bundestrainer Joachim Löw in der Allianz Arena war, habe er »nicht gewusst. Das hat mit mir auch nichts zu tun«, sagte der 31-Jährige nach der geglückten 4:1 (2:1)-Revanche seines FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim und fügte verschmitzt an: »Auch die letzten Spiele waren ganz gut, da war der Bundestrainer auch nicht im Stadion.«

War er nicht, aber die seit Monaten überragenden Leistungen von Müller sind Löw sicher nicht entgangen. Viereinhalb Monate vor Beginn der Europameisterschaft haben die Diskussionen um eine Rückkehr des Rio-Weltmeisters längst wieder Fahrt aufgenommen.

Dass der deutsche Fußball-Rekordmeister nach einem kleinen Zwischentief mit nun vier Siegen in Serie wieder in der Spur ist, liegt auch an Müller. Zehn Tore und neun Vorlagen stehen in seiner aktuell starken Bilanz. Erstmals seit fünf Jahren traf der 100-malige Nationalspieler damit wieder zweistellig.

»Er ist in einer Riesenform«, lobte Sky-Experte Dietmar Hamann. Müller stelle auch die »jungen Wilden in den Schatten. Es ist unumgänglich, dass er bei der EM dabei ist. Für eine junge Mannschaft kann man nicht hoch genug einschätzen, was er für einen Wert hat«. Noch hält sich Löw bedeckt. »Da gibt es nichts zu sagen - jetzt«, sagte er nach dem Spiel der »Bild am Sonntag«. Doch der Druck dürfte angesichts der Leistungen des Offensivspielers von Woche zu Woche (noch) größer werden. Müller selbst gibt sich weiterhin gelassen - er lässt lieber Taten sprechen wie auch gegen die TSG. Müller erzielte nicht nur das 2:0 (43.), er trieb die Bayern zusammen mit den starken Kingsley Coman und Joshua Kimmich immer wieder an. Jerome Boateng (32.), Torjäger Robert Lewandowski (57.) mit seinem bereits 24. Saisontreffer und Serge Gnabry (63.) untermauerten die gnadenlose Bayern-Effizienz in der Offensive. 57 Tore nach 19 Spielen bedeuten einen Vereinsrekord.

»Da musst du gegen die Bayern in Führung gehen, sonst killen sie dich irgendwann«, sagte TSG-Profi Christoph Baumgartner bei Sky. So war es auch. Während Hoffenheim, dass die Bayern durch das 4:1 im Hinspiel gereizt hatte, mit seinen Chancen allzu nachlässig umging und nur durch Andrej Kramaric zwischenzeitlich verkürzen konnte (44.), zeigte sich der Triple-Sieger eiskalt.

Sieben Punkte beträgt deshalb weiterhin der Vorsprung auf den Zweiten RB Leipzig. Er würde sagen, so Müller, »wir sind auf dem richtigen und einem guten Weg«. Das dürfte auch Löw auf der Tribüne der Allianz Arena registriert haben.

Grund seines Besuchs in München war aber offensichtlich nicht Bayern-Spieler Müller gewesen. Nach Informationen der »Bild am Sonntag« soll sich der Bundestrainer nach dem Spiel gegen Hoffenheim mit Bayerns 17 Jahre alten Supertalent Jamal Musiala und dessen Mutter getroffen haben, um den englischen U21-Nationalspieler vom deutschen A-Nationalteam zu überzeugen. Löw will Musiala für die Länderspiele im März nominieren. »Die Entscheidung«, so Löw, »liegt bei ihm«.

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