Die NASCAR hat den Rennbetrieb wieder aufgenommen und könnte als Beispiel für die Formel 1 gelten. FOTO: AFP
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Die NASCAR hat den Rennbetrieb wieder aufgenommen und könnte als Beispiel für die Formel 1 gelten. FOTO: AFP

Motoren brummen wieder

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Die populäre US-Serie NASCAR hat am Sonntag den Betrieb wieder aufgenommen. Für die gebeutelte amerikanische Sportnation könnte es der erste Schritt in die "neue Normalität" gewesen sein.

Das Gesicht tief in einen schwarzen Mundschutz vergraben feierte Rennfahrer Kevin Harvick mit erhobenem Zeigefinger seinen Jubiläumssieg - und niemand feierte mit. Beim ersten größeren Motorsportevent inmitten der Corona-Pandemie blieben beim Restart der populären US-Rennserie NASCAR die Sitzschalen auf der Tribüne des traditionsreichen Darlington Speedway leer. Trotz der Stille nach dem Motorengeheul: Das Rennen in South Carolina war der erste Schritt in eine neue Motorsport-Normalität.

"Vielen Dank an alle bei NASCAR und alle Teammitglieder dafür, dass wir das tun können, was wir am liebsten tun", sagte Harvick (34), der erst als 14. Fahrer den Meilenstein von 50 NASCAR-Siegen erreichte und mit seinem ersten Saisonsieg den Vorsprung im Gesamtklassement ausbaute, nach dem womöglich skurrilsten Rennen in der Geschichte der Serie: "Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel anders wird, wenn wir hier das Rennen gewinnen. Aber es ist totenstill hier. Wir vermissen die Fans."

Nach gut zweimonatiger Corona-Auszeit war der Rennalltag für den gesamten Renntross aber ein anderer geworden. Auf ein Training oder Qualifying wurde beim Geisterrennen komplett verzichtet, für einen guten Startplatz war Losglück vonnöten. Um überhaupt an die Strecke zu kommen, musste sich das Team ähnlich wie beim Restart der Fußball-Bundesliga einem ausführlichen Gesundheitscheck mit Feststellung der Körpertemperatur unterziehen. Zuschauer wurden gar nicht in die Nähe des Rennovals gelassen.

Bei den Garagen der Teams wurde so viel Abstand eingeplant, dass das Fahrerlager über die Boxengasse hinaus bis auf das Infield ging. Wer sich nicht an die verhängte Gesichtsmaskenpflicht oder an die mit rotem Klebeband abgesteckten Gehlinien hielt, musste mit drakonischen Geldstrafen rechnen.

Verstöße oder Krankheitsanzeichen wurden beim insgesamt 900-köpfigen Staff der Rennteams aber nicht festgestellt. Offizielle mussten nur eingreifen, nachdem sich 40 Mitarbeiter der Teams bei der Beobachtung des Rennens auf der sonst menschenleeren Tribüne zu nah gekommen waren und sich aufgebrachte TV-Zuschauer telefonisch über die fehlende Einhaltung des Mindestabstands beklagten hatten.

Während es bei den nordamerikanischen Profiligen im Baseball (MLB), Basketball (NBA) und Eishockey (NHL) noch keinen fixen Plan für einen Wiedereinstieg gibt, liebäugeln die NASCAR- sowie die IndyCar-Serie, die in knapp drei Wochen im texanischen Fort Worth vor leeren Rängen loslegt, mit einem Rennen am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, wieder vor Publikum zu fahren.

Österreich prüft Formel-1-Konzept

Die österreichische Regierung hat unterdessen noch nicht entschieden, ob die Formel 1 am 5. Juli auf dem Red Bull Ring in Spielberg starten kann. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte am Montag, dass das Sicherheitskonzept der Veranstalter vorliege und seit Freitag von den zuständigen Experten geprüft werde. "Die Formel 1 wird behandelt wie jeder andere", sagte Anschober. Die Prüfung werde zeigen, ob das Konzept mit einem Rennen ohne Zuschauer tragbar sei oder noch Anpassungen vorgenommen werden müssten. Das Konzept müsse sicherstellen, dass es durch ein Rennwochenende zu keiner Ausbreitung des Coronavirus komme.

Die Formel 1 konnte in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie noch kein Rennen austragen. Das Wochenende in Spielberg könnte so zum Auftakt der Saison werden, der eigentlich für den 15. März im australischen Melbourne angedacht war.

Im Notfall-Kalender der Motorsport-Königsklasse ist bislang vorgesehen, auch das zweite Rennen eine Woche später in der Steiermark auszutragen. Danach könnten zwei WM-Läufe im englischen Silverstone folgen. Bis in den September hinein will die Formel 1 in Europa fahren, voraussichtlich komplett vor leeren Rängen. Auch ein Grand Prix in Hockenheim ist im Gespräch. Später sollen dann Rennen auf anderen Kontinenten angesetzt werden.

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