Mick Schumacher ist auf dem Sprung in die Formel 1. DPA
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Mick Schumacher ist auf dem Sprung in die Formel 1. DPA

Mosaik setzt sich zusammen

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(sid). Fiorano hat für Mick Schumacher eine ganz besondere Bedeutung. "Als Kind", erzählte Schumacher einmal, habe er an der Haus- und Hofrennbahn von Ferrari "oft auf der Tribüne gesessen und meinem Papa beim Fahren zugeschaut". Am Mittwoch sollte sich für den jungen Mann mit dem berühmten Nachnamen ein Kreis schließen.

Es standen Testfahrten für die hoffnungsvollsten Talente der Scuderia auf dem Programm, im SF71H von 2018 bereitete sich auch der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher auf seinen ersten Trainingseinsatz in der Königsklasse vor. Der 21-Jährige hat den Aufstieg in die Formel 1 vor Augen, aller "Erblast" zum Trotz. "Ich kann es kaum erwarten", sagte Schumacher nach der Bekanntgabe seines ersten Einsatzes an einem Formel-1-Wochenende. Ausgerechnet beim Heimspiel auf dem Nürburgring wird er sich am 9. Oktober im Alfa Romeo mit Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Max Verstappen messen. Schumacher erfüllt sich damit einen Traum, er wird aber auch mehr denn je im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Dass er mit dieser Hypothek umgehen kann, hat Schumacher allerdings längst bewiesen.

"Ich war elf Jahre alt und saß mit meinem Vater in einem Renntruck an der Kartbahn in Kerpen. Er hat mir in die Augen geguckt und mich gefragt: ›Willst du das ernsthaft?‹ Ich habe nur genickt. Seither ordne ich dem Wunsch, in die Formel 1 zu kommen, alles unter", erklärte Mick Schumacher vor einiger Zeit. Seit diesem Vater-Sohn-Gespräch geht er seinen Weg. 2015 wagte Schumacher den Sprung vom Kart in den Formelsport, die Fotografen und Kameramänner wurden seine Begleiter im Fahrerlager. Es stellte sich ein Muster ein: In jeder neuen Rennserie hatte Schumacher Anlaufprobleme, in seiner zweiten Saison allerdings platzte verlässlich der Knoten. 2016 verpasste Schumacher in der Formel 4 und dem italienischen Pendant den Titel nur knapp, 2018 stürmte er zur Formel-3-Meisterschaft, in der Formel 2 führt er derzeit das Klassement an. Die Jahre dazwischen waren Lehrjahre, und bei aller Erwartungshaltung nahm sich Schumacher stets Zeit, um zu reifen.

"In der zweiten Saisonhälfte seines zweiten Formel-2-Jahres haben wir erlebt, wie er sich als Rennfahrer extrem po- sitiv entwickelt hat", schrieb Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn am Montag in seiner Kolumne. "Es ist nicht einfach, wenn du den Namen Schumacher trägst. Er bringt dir Vorteile, aber du stehst die ganze Zeit unter Beobachtung. Mick hat das erstaunlich gut hinbekommen", lobte der Star-Ingenieur von einst, der Michael Schumacher zu sämtlichen seiner sieben WM-Titel verholfen hatte.

Alfa und auch der US-Rennstall Haas, beides Ferrari-Motorenkunden, dürften auch die Adressen für Schumachers möglichen Formel-1-Einstieg sein. Alfa Romeo muss gemäß Vereinbarung ein Cockpit an einen Ferrari-Nachwuchsmann vergeben, der Italiener Antonio Giovinazzi (26) überzeugt auch in seinem zweiten Jahr nur bedingt, sein Vertrag läuft aus. Schumacher steht allerdings im Wettstreit mit dem Russen Robert Schwarzman und dem Briten Callum Ilott. Die beiden bereiteten sich wie Schumacher am Mittwoch in Fiorano im Ferrari-Modell von 2018 auf ihre Formel-1-Trainingseinsätze vor. Beide gelten ebenfalls als hochtalentiert.

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