Die jahrelange Durststrecke zu Hause in der Osthalle gegen Frankfurt wollen (v. l.) Thomas Scrubb, Joshiko Saibou und Dwayne Evans von den Gießen 46ers am Samstag um 20.30 Uhr im Hessenderby beenden ? die Trinkflaschen halten sie schon in den Händen. (Foto: Vogel)
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Die jahrelange Durststrecke zu Hause in der Osthalle gegen Frankfurt wollen (v. l.) Thomas Scrubb, Joshiko Saibou und Dwayne Evans von den Gießen 46ers am Samstag um 20.30 Uhr im Hessenderby beenden ? die Trinkflaschen halten sie schon in den Händen. (Foto: Vogel)

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Hart oder milde? Gerecht oder ungerecht? Ein Gerichtsurteil und die subjektive Bewertung einer Bestrafung sind immer eine Frage der Perspektive. Als in Frankfurt in dieser Woche von einer "Hammerstrafe" gegen die Eintracht gesprochen und geschrieben worden war, folgten die Reaktionen prompt. Aus Dresden. Natürlich! Anders als Dynamo, das einst für Verfehlungen im Oktober 2012 vom DFB-Pokal ausgeschlossen worden war, darf der Bundesligist aus der Nachbarschaft der Verbandszentrale nach den Pyro-Attacken beim Cup-Spiel in Magdeburg weiter vom Finale in Berlin träumen; auch nach dem bereits dritten Verfahren in diesem Jahr. Die Eintracht ist erneut mit Teilausschlüssen im Zuschauerbereich davongekommen. Richtig oder falsch? Gleich drei der ersten fünf Heimspiele in dieser Saison sind von DFB-Sanktionen beeinflusst. Wenn zum alljährlichen Saisonhöhepunkt gegen den FC Bayern München, dessen Strahlkraft die Partie dem weltweit für die Adlerträger größtmöglichen Publikum zugänglich machen wird, Block 40 hinter dem Tor der Westkurve leer bleibt, wird man der Eintracht die eine oder andere unbequeme Frage stellen. Gerade der Eintracht, die über so manches Winter-Trainingslager in den Emiraten nach Internationalisierung strebt und neue Sponsoren-Märkte erschließen möchte.

In Hamburg ist man unbequeme Fragen gewohnt. Aus anderen Gründen allerdings. Der Bundesliga-Dino hat in dieser Woche mit Markus Gisdol den 14. Trainer in den vergangenen zwölf Jahren präsentiert. Wo vor gar nicht allzu langer Zeit Newcomer Julian Nagelsmann mit einem Vierjahresvertrag das Vertrauen für einen grundlegenden sportlichen Wandel ausgesprochen werden sollte, ist mit Gisdol erst mal eine Zusammenarbeit bis Saisonende vereinbart worden. Mangelt es Sportchef Dietmar Beiersdorfer an Vertrauen, oder hat man in Hamburg aus den eigenen Fehlern gelernt? Aber hätte nicht der Ansatz ein anderer sein müssen? In Hamburg fehlt die klare Linie. Die hohe Fluktuation an Sportchefs und Trainer spiegelt sich im Kader wieder. Gisdol muss mit dem Spielermaterial arbeiten, das teils seine Vor-Vor-Vorgänger verpflichtet haben; muss seine Arbeit nicht nur vor Beiersdorfer rechtfertigen, sondern auch vor Michael Kühne, der mit seinen Geld (70 Millionen hat er in den HSV investiert) das Recht zum Einmischen erkauft zu haben glaubt. * Wie es funktionieren kann, zeigt Borussia Mönchengladbach, ein anderer Klub mit ruhmreicher Vergangenheit; aber auch ein Klub mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln und Erwartungen, zugleich aber auch ein Verein mit gefestigten Strukturen und einer klaren Außendarstellung. Authentisch. Schon im Vorjahr spielten die Borussen Champions League. Im Borussia-Park gastierte am Mittwochabend der FC Barcelona; zum Pflichtspiel. Der HSV müsste für ein Gastspiel von Neymar, Suarez und Co. im Volksparkstadion eine sechsstellige Summe auf den Tisch legen. Wobei: Man könnte Herrn Kühne ja mal fragen. Ein Trainer, der seit zwei Jahren als Fußball-Funktionär beim FC Southampton in der Premier League tätig ist, Spieler zweitklassiger Eishockey-Nationen, manche gar noch ohne Vertrag für die kommende Saison, eine Mannschaft, die in dieser Zusammensetzung noch nie gespielt hat und auch nie wieder zusammenkommen wird. Das Team Europe, das zum World Cup of Hockey, zur inoffziellen, aber einzig wahren Weltmeisterschaft, das Teilnehmerfeld eigentlich nur ergänzen sollte, hat in diesen Tagen Geschichte geschrieben. Der Außenseiter, ein zusammengewürfelter Haufen aus acht Nationen, darunter klassische Kufen-Zwerge wie Frankreich, Dänemark und Slowenien, hat das Finale gegen Kanada erreicht. Russland und die Vereinigten Staaten schauen nur zu. * Zehn Millionen Euro. Auf einen Schlag. Da kann Otto Normalbürger schon mal ins Träumen kommen. Dem Golfer Rory Mc Ilroy wird diese Summe für den Sieg einer Turnierserie demnächst überwiesen. Für ihn mache diese Stange Geld keinen Unterschied, ließ der 27-jährige Nordire anschließend verlauten. Einer wie Rory Mc Ilroy kann es sich leisten. Mit einem Jahreseinkommen von mehr als 40 Millionen Dollar laut "Forbes" zählt der Weltranglisten-Dritte zu den bestbezahlten Athleten der Welt.

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