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Der Niederländer Mark van Bommel ist zurück in der Bundesliga - als Trainer des VfL Wolfsburg.

Mit »Ibra«, aber ohne Wohnwagen

  • VonSID
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(sid). Gleich im ersten Satz räumte Mark van Bommel mit einem der hartnäckigsten Holland-Vorurteile auf. »Ich bin nicht mit dem Wohnwagen, sondern mit dem Zug gekommen«, stellte der neue Trainer des VfL Wolfsburg bei seiner Präsentation schmunzelnd klar. Und der 44-Jährige will bleiben, denn er sieht seine Aufgabe beim Champions- League-Teilnehmer als spannende Herausforderung.

Mehrere konkurrierende Angebote schlug der ehemalige niederländische Nationalspieler aus, bevor er sich für den Trainerjob beim Bundesliga-Vierten entschied. »Ich musste das richtige Gefühl haben, und ich habe es jetzt«, sagte van Bommel. Am Donnerstag (10.30 Uhr) steht der Vize-Weltmeister von 2010 bei seinem neuen Arbeitgeber erstmals auf dem Trainingsplatz.

»Ibra« muss dann zu Hause bleiben. Der Rhodesian Ridgeback ist tatsächlich nach van Bommels ehemaligem Mitspieler Zlatan Ibrahimovic benannt und mit an den Mittellandkanal gezogen. »Wir kennen uns aus einer gemeinsamen Saison beim AC Mailand. Meine Frau hat den Namen ausgesucht, ich musste ihm allerdings ein Hundebild schicken, bevor er einverstanden war«, schilderte van Bommel das Prozedere bei der Namensgebung.

Der frühere kampfstarke Mittelfeldspieler, der fünf Jahre lang das Trikot von Bayern München trug, tritt bei den Niedersachsen die Nachfolge von Oliver Glasner an, der Österreicher wechselte zum Ligarivalen Eintracht Frankfurt. Zuletzt hatte der frühere Mittelfeldspieler 18 Monate pausiert, nachdem er bei der PSV Eindhoven beurlaubt worden war.

Ungeachtet der Dreifachbelastung der Niedersachsen durch Champions League, Bundesliga und DFB-Pokal setzt van Bommel auf weitere Verbesserungen, auch wenn niemand mehr den VfL unterschätzen werde. Es soll aber auch eine persönliche Handschrift erkennbar sein: »Man soll sehen können, dass es eine Mannschaft von Mark van Bommel ist.«

Einen persönlichen Karriereplan hat er nach eigenem Bekunden aber nicht. »Wolfsburg sehe ich als Chance für mich. Alle Voraussetzungen hier sind sehr professionell. Beschreiben als Trainertyp kann ich mich nicht, aber die Jungs müssen vor mir keine Angst haben«, sagte van Bommel, der als Spieler alles andere als ein Kind von Traurigkeit war.

»Aggressive Leader« nannte ihn einst sein Trainer Ottmar Hitzfeld euphemistisch. Als Coach hat er bei seinen bisherigen Stationen in Saudi-Arabien und Australien lernen müssen, auch verbal zu überzeugen: »Das ist wichtig, denn was nützt die beste Idee, wenn die Spieler sie nicht umsetzen können.«

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