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Der früherer Wetzlarer Philipp Weber (r.) setzt sich gegen Vladimir Vranjes durch,

Mit Hängen und Würgen

  • VonDPA
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Das EM-Ticket hatten die deutschen Handballer schon vorher sicher. Auch deshalb müht sich die DHB-Auswahl zu einem hart erkämpften Sieg in Bosnien-Herzegowina. In den Gedanken von Bundestrainer Gislason spielt ohnehin schon ein anderes großes Turnier die Hauptrolle.

Die Freude über den 19. Sieg in der EM-Qualifikation in Serie hielt sich bei den deutschen Handballern in Grenzen. Den mühsam erkämpften 26:24 (15:15)-Erfolg in Bosnien-Herzegowina hakte die DHB-Auswahl am Donnerstag schnell ab, aus Sorge vor neuen Corona-Infektionen ging es schon kurz nach der Partie wieder per Charterflieger zurück in die Heimat.

»An guten Tagen hätten wir wahrscheinlich besser gespielt, aber heute zählen nur die zwei Punkte«, sagte Kreisläufer Patrick Wiencek nach seinem 150. Länderspiel in der ARD. »Aber ich glaube, jeder wusste vorher, dass das ein Kackspiel wird. Wir sind heute Morgen los, dann hier angereist - und dann treten wir gegen eine Mannschaft an, die nichts zu verlieren hat.« Das Ticket für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei hatte die DHB-Auswahl im Gegensatz zu den Gastgebern schon vorher sicher. Vielmehr zählte die Partie bereits zum Aufwärmprogramm für die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio.

Bester Werfer der deutschen Mannschaft war Linksaußen Marcel Schiller mit zehn Treffern. Eine vorerst letzte Olympia-Empfehlung können die Wackelkandidaten im deutschen Kader dann am Sonntag (18 Uhr/Sport1) abgeben, wenn die DHB-Auswahl zum Abschluss der EM-Qualifikation in Stuttgart noch auf Estland treffen wird. »Auf vielen Positionen ist noch was möglich. Aber natürlich: Das Gerüst steht schon«, sagte Bundestrainer Alfred Gislason über seinen Olympia-Kader.

Die DHB-Auswahl tat sich lange schwer. Doch Mitte des ersten Durchgangs »haben wir so ein bisschen den Faden verloren«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. In der 26. Minute lag Deutschland zurück (12:13). Für die Bosnier ging es noch um alles, um ein EM-Ticket, und so traten die Gastgeber auch auf. Etwas besser wurde es aus deutscher Sicht zumindest kurzfristig, als Spielmacher Philipp Weber, der den verletzten Uwe Gensheimer als Kapitän vertrat, ins Spiel kam. Ein Bewerbungsschreiben für die 14 festen Olympia-Kaderplätze gab jedoch kaum einer ab.

Deutschland: Till Klimpke (HSG Wetzlar), Wolff (KS Vive Kielce) - Schiller (Frisch Auf Göppingen) 10/3, Kastening (MT Melsungen) 7, Kühn (MT Melsungen) 5, Golla (SG Flensburg/Handewitt) 1, Heymann (FA Göppingen) 1, Knorr (GWD Minden) 1, Wiede (Füchse Berlin) 1, Dahmke (THW Kiel), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), K. Häfner (MT Melsungen), F. Lemke (MT Melsungen), Ph. Weber (DHfK Leipzig), Weinhold (THW Kiel), Wiencek (THW Kiel).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Dalibor Jurinovic (Kroatien)/Marko Mrvica (Kroatien). - Strafminuten: 8 - 8.

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