"Mit Bauchschmerzen"

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17 Mann waren an Bord der Maschine, die gestern etwas mehr als eine Stunde nach der Mannschaft von Hansi Flick in Richtung Budapest abhob. Man habe sich entschlossen, den Trip ins Corona-Risikogebiet "mit einer Minimalbesetzung" anzutreten, sagte Herbert Hainer zeitgleich bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Nicht mal der Präsident wird also dabei sein, wenn der FC Bayern heute Abend (21 Uhr) im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla um den vierten Titel des Jahres spielt.

Nur die Vereinsvertreter, die auch wirklich arbeiten müssen, durften mit - und freilich auch nur mit negativem Corona-Test. Die Reiseplanung war in den vergangenen Tagen ein großes Thema an der Säbener Straße, nur eins stand fest: Die Mannschaft würde fliegen (müssen), denn die UEFA blieb bei ihrem Plan. Das Spiel findet statt - und es findet vor Zuschauern statt. Dass sich sogar der Budapester Oberbürgermeister Gergely Karacsony gegen eine Austragung vor Fans aussprach, interessierte wenig.

In Bayern-Kreisen war und ist man zwiegespalten. Karl-Heinz Rummenigge, der in der zweiten Maschine saß, beteuerte zwar im "ZDF-Morgenmagazin" das Interesse, "dass dort wirklich kein Ischgl des Fußballs stattfindet" und gab an, "mit Bauchschmerzen" nach Budapest zu reisen.

Allerdings gilt der Vorstandsboss durchaus als Befürworter des Pilotprojekts, das der Dachverband in der Puskás Aréna plant. Das Wort "Normalität" ist in den vergangenen Tagen oft gefallen, auch Hainer wiederholte gestern, dass eine Spielverlegung oder Absage "nicht einfach" gewesen wäre. Trainer Hansi Flick meinte gelassen: "In München lebe ich ja auch in einem Corona-Hotspot."

Man ist jedenfalls bemüht, alles für die Sicherheit von Tross und Fans - Rummenigge rechnet nur noch mit "unter 1000" Anhängern aus München - zu tun. "Wir haben großes Interesse daran, dass sie gesund zurückkommen und sich keiner in Budapest infiziert", sagte der Boss, der am Tag nach der Partie - also noch in Budapest - seinen 65. Geburtstag feiert.

Am liebsten mit dem nächsten Pokal in der Hand. So wird es ihn auch erfreut haben, dass das Team nahezu vollständig in den Flieger stieg. Der abwanderungswillige Javi Martinez war ebenso dabei wie der zuletzt angeschlagene Torgarant Robert Lewandowski. Lediglich Kingsley Coman und Tanguy Kouassi fehlten im 23-köpfigen Aufgebot. Alphonso Davies und David Alaba, die gegen Schalke pausierten, stehen zur Verfügung.

Die Zielsetzung: "Wir sind gut vorbereitet und alle hungrig, den Titel zu gewinnen", sagte Leroy Sané. Allerdings, beteuerte sein Flügelpartner Serge Gnabry, sei man vor der Mannschaft von Julen Lopetegui "gewarnt. Sevilla spielt guten Fußball". Er forderte sich und seine Kollegen daher auf, ihre "Topleistung" abzurufen, "um einen weiteren Pokal einzufahren". Und dann schnell wieder heim zu kommen. Hanna Raif

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