Sichtlich bedient: Die Leipziger Spieler (v. l.) Konrad Laimer, Nordi Mukiele und Marcel Sabitzer müssen anerkennen, dass Gegner Paris St. Germain am Dienstagabend die klar bessere Mannschaft ist. FOTO: AFP
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Sichtlich bedient: Die Leipziger Spieler (v. l.) Konrad Laimer, Nordi Mukiele und Marcel Sabitzer müssen anerkennen, dass Gegner Paris St. Germain am Dienstagabend die klar bessere Mannschaft ist. FOTO: AFP

Mindestens eine Nummer zu groß

  • vonSID
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(dpa). RB Leipzigs "Missão Final" ist kurz vor dem Ziel gestoppt. Der Bundesligist hat gegen das übermächtige Starensemble von Paris Saint-Germain den großen Coup in der Königsklasse verpasst. Gegen die rasante Fußball-Kunst von Weltmeister Kylian Mbappé und Neymar waren die Sachsen beim 0:3 (0:2) im Halbfinale der Champions League am Dienstagabend im Estádio da Luz von Lissabon überfordert. Das Duell der deutschen Trainer entschied PSG-Coach Thomas Tuchel gegen Julian Nagelsmann klar für sich.

Nach den Toren von Marquinhos (13. Minute), Angel di Maria (42.) und Juan Bernat (56.) greift Tuchel am Sonntag mit dem französischen Meister gegen den FC Bayern München oder Olympique Lyon nach dem von den Geldgebern aus Katar schon lange ersehnten Henkelpott. RB Leipzig muss nach den zunächst verheißungsvollen Tagen in Portugals Hauptstadt ernüchtert die Heimreise antreten.

Nagelsmann hatte seinem Team in der Defensive eine Viererkette verordnet, die aber schon in den ersten Minuten mehrere brenzlige Situationen überstehen musste: Neymar traf nach starkem Pass von Mbappé den Außenpfosten (6.). Sekunden später verhinderte nur ein Handspiel des Brasilianers, der zudem einen Freistoß an den Pfosten setzte (35.), die nächste große PSG-Chance. Die beiden Starspieler rochierten viel - und brachten die RB-Abwehr mit Tempo und technischer Finesse immer wieder in Verlegenheit.

Marquinhos traf dennoch nach einer Standardsituation. Beim Freistoß von Di Maria stimmte die Zuordnung in der RB-Abwehr nicht. Tuchel, der wegen der dicken Schiene am verletzten Fuß meist auf einer großen Box saß, sprang triumphierend auf.

Bis auf einen Schuss von Yussuf Poulsen nach gutem Lauf von Konrad Laimer über die rechte Seite (25.) und einige Versuche beim Stand von 0:3 blieben die Leipziger über weite Strecken aber ungefährlich.

Torhüter Gulacsi verhindert Blamage

Auf der Gegenseite leitete Neymar Di Marias Treffer traumhaft mit der Hacke ein, zuvor hatte das aggressive PSG-Pressing Leipzigs oft geforderten Torhüter Gulacsi zu einem bitteren Fehlpass gezwungen. Nagelsmann saß an der Seitenlinie, rieb sich wortwörtlich die Augen und schaute zerknirscht dem PSG-Jubel zu. Kurz vor der Pause fehlten Neymar nur Zentimeter zu seinem ersten Tor des Finalturniers (44.).

Die beiden Leipziger Offensiven Emil Forsberg und Patrik Schick kamen zur zweiten Halbzeit und sollten den Druck erhöhen, was zumindest zehn Minuten lang auch gelang.

Ex-Bayer Bernat macht alles klar

Doch gleich die nächste Nachlässigkeit in der Defensive bestrafte der frühere Bayern-Profi Bernat. Der Spanier traf per Kopf, nachdem Nordi Mukiele an der eigenen Eckfahne ausgerutscht war, den Ball an Di Maria verlor und dieser ungehindert flanken konnte. Mbappé und Co. hatten im Anschluss weitere Gelegenheiten bei denen sich Gulacsi auszeichnen konnte.

RB Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Klostermann (83. Orban), Upamecano, Angelino - Laimer (62. Halstenberg), Sabitzer, Kampl (64. Adams) - Olmo (46. Schick), Nkunku (46. Forsberg) - Poulsen.

Paris Saint-Germain: S. Rico - Kehrer, Thiago Silva, Kimpembe, Bernat - Herrera (83. Verratti), Marquinhos, Paredes (83. Draxler) - di Maria (87. Sarabia), Mbappe (86. Choupo-Moting), Neymar.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande). - Tore: 0:1 Marquinhos (13.), 0:2 di Maria (42.), 0:3 Bernat (56.). - Gelbe Karten: Laimer (2), Halstenberg (1), Poulsen (2)/Kimpembe (1).

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