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Weitsprung-Goldmedaillengewinnerin Malaika Mihambo spielt zu Weihnachten auf der Ukulele.

Mihambo spielt auf der Ukulele

Julian Nagelsmann wird emotional, der »alte Sack« Karl-Heinz Rummenigge freut sich auf Kinder und Enkel - und Alexander Zverev steht auf dem Tennisplatz. Nicht alle großen Namen des Sports feiern Weihnachten auf traditionelle Art.

Wenn die Familie unter dem geschmückten Baum den ewigen Weihnachtsklassiker »Stille Nacht, heilige Nacht« anstimmt, brechen bei Julian Nagelsmann alle Dämme. »Das ist das Emotionalste, da kullern bei mir immer die Tränen«, verriet der Trainer des deutschen Rekordmeisters Bayern München in großer Vorfreude auf das bevorstehende Fest.

Der Fußball spielt an den besinnlichen Tagen daheim ausnahmsweise keine Rolle. »Weihnachten analysiere ich keine Spiele mehr«, sagte Nagelsmann: »Es geht um die anderen Dinge im Leben.« Früher sei er an Weihnachten sehr viel mit seinem Bruder unterwegs gewesen, aber: »Jetzt hat meine Mama den Riegel vorgeschoben, damit es etwas besinnlicher abläuft.«

Während also Julian Nagelsmann Weihnachtslieder singt und Bundestrainer Hansi Flick auf der heimischen Couch vielleicht vom WM-Titel 2022 träumt, sitzt Alexander Zverev im Flieger nach Australien. Die Tage davor verbringt Deutschlands Sportler des Jahres auf dem Tennisplatz und im Kraftraum. »Ich trainiere acht Stunden am Tag«, sagte Zverev: »Das ist leider im Sportlerleben die Realität.« Bei den Australian Open in Melbourne (17. bis 30. Januar) geht seine Jagd auf den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel in die nächste Runde.

Wie Olympiasieger Zverev können sich etliche andere Sportstars nur wenige besinnliche Stunden bei Kerzenlicht und opulentem Festmahl gönnen. Die Skispringer um Engelberg-Sieger Karl Geiger und Markus Eisenbichler dürfen zum Kurzurlaub nach Hause, ehe sie am 27. Dezember nach Oberstdorf anreisen. Dort steht tags darauf auf der Schattenbergschanze die Qualifikation für das Auftaktspringen der Vierschanzentournee (29. Dezember) auf dem Programm.

Mit Geschenken haben es Geiger und Eisenbichler nicht so. »Ich wüsste selber nicht, was ich mir schenken soll«, sagte Geiger: »Ich bin ein furchtbarer Typ, um ihm ein Geschenk zu machen.« Eisenbichler freut sich über alles: »Auch über das ehrliche Geschenk von meiner Oma: ein Duschgel, ein Deo und Socken.« Brauchen tue er »sowieso nix. Beieinander sein zu können, ist mir im Moment viel wichtiger als Geschenke«.

Ruhig und besinnlich - darauf steht auch Schwimm-Olympiasieger Florian Wellbrock. Nach dem letzten sportlichen Kraftakt des Jahres bei der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi freut sich der 24-Jährige auf die Zeit daheim. »Ich bin auf jeden Fall ein Weihnachtstyp«, sagte Wellbrock: »Ich finde es immer schön, ein paar Tage Ruhe zu haben, mit der Familie Zeit zu verbringen, schön zu essen.«

Da passt es hervorragend, dass es an Heiligabend bei Wellbrocks traditionell Fondue gibt: »Ein relativ ruhiges und langes Essen - das passt zu dieser Weihnachtsstimmung. Deswegen machen wir das schon, solange ich denken kann.«

Auch Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo, zum dritten Mal nacheinander Deutschlands Sportlerin des Jahres, freut sich darauf, »dass wir lecker kochen und ich Zeit in der Küche verbringen kann«. Auf ihrer Ukulele will sie schnell noch ein paar Lieder einstudieren: »Dann ist der Weihnachtsabend gerettet.«

Der gehört bei den Rummenigges traditionell den fünf Kindern samt Anhang, 16 Leute kommen da zusammen. Familienoberhaupt Karl-Heinz hofft vor allem, dass Corona nicht noch einen dicken Strich durch die Feiertagsplanungen macht, denn: »Wir sind es gewohnt, immer alle zusammen feiern zu dürfen - kleine Kinder, die noch kein Jahr alt sind, und eben einen alten Sack wie mich dabeihaben dürfen.«

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