Handball

Michelmann möchte deutliche Beitragserhöhung

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Zur Finanzierung von Zukunftsprojekten wie einem "Haus des Handballs" sollen die Mitgliedsbeiträge im Deutschen Handballbund nach dem Willen von Präsident Andreas Michelmann deutlich angehoben werden. "Wir müssen vom Almosen zum Beitrag übergehen. Die Franzosen kassieren rund zwölf Euro pro Handball spielenden Menschen, bei uns sind es gut 80 Cent", sagte Michelmann den "Lübecker Nachrichten" (Dienstag).

Zur Finanzierung von Zukunftsprojekten wie einem "Haus des Handballs" sollen die Mitgliedsbeiträge im Deutschen Handballbund nach dem Willen von Präsident Andreas Michelmann deutlich angehoben werden. "Wir müssen vom Almosen zum Beitrag übergehen. Die Franzosen kassieren rund zwölf Euro pro Handball spielenden Menschen, bei uns sind es gut 80 Cent", sagte Michelmann den "Lübecker Nachrichten" (Dienstag).

Der 59 Jahre alte Politiker weiß um die Brisanz dieses Themas, schließlich seien darüber schon seine Amtskollegen im Volleyball und Schwimmen gestolpert. Dennoch sehe er keine Alternative, um Leuchtturmprojekte wie den Bau einer Akademie nach französischem Vorbild umzusetzen. "Es wird endlich Zeit, dass wir das Jammern einstellen. Die Beitragserhöhung ist eine absolute Notwendigkeit", betonte der DHB-Boss. Neben eigenen Anstrengungen setzt Michelmann auch auf die Unterstützung von Bund, Land und Stadt. Einen Standort für ein Handball-Zentrum mit Geschäftsstelle, Halle, Akademie und kooperierenden Hotels gibt es derzeit noch nicht.

Unterdessen will DHB-Vizepräsident Bob Hanning nach der finanziell erfolgreichen Heim-WM die Nachwuchsarbeit im Handball forcieren. Der Gewinn, es wird seitens des DHB mit einer siebenstelligen Summe gerechnet, solle zu einem Drittel für den Spitzensport und zu zwei Dritteln für die Arbeit in Kindergärten und Schulen genutzt werden. Dies betonte Hanning in der Sendung "Heimspiel!" im hr-fernsehen.

"Wir brauchen wieder Bälle an den Schulen", sagte der Spitzenfunktionär: "Ich habe das Gefühl, an jeder 1000. Schule wird Handball unterrichtet. Wir müssen wieder dahin kommen, dass an jeder zehnten Schule Handball unterrichtet wird." Dies werde eine große Aufgabe des DHB und der Landesverbände sein. Zudem appellierte Hanning an die Mannschaften der Handball-Bundesliga (HBL), deutsche Spieler stärker zu fördern und "den Mut zu haben, die Talente in der Spitze auch einzusetzen. Das ist manchmal noch sehr sparsam. Wir brauchen eine funktionierende Nationalmannschaft – mehr als der Fußball das braucht."

Die deutsche Mannschaft hatte bei der WM für volle Hallen und hohe Einschaltquoten im Fernsehen gesorgt. Nachdem sich die DHB-Auswahl ungeschlagen für das Halbfinale qualifiziert hatte, landete sie nach zwei Niederlagen am Ende auf Platz vier. (Foto: dpa)

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