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George Russell sitzt in der kommenden Saison in einem Mercedes-Cockpit.

Mercedes setzt auf Russell

George Russell wird Silberpfeil-Pilot. Was er im Mercedes kann, deutete er schon im vergangenen Jahr an. Befreit von der Last der wichtigsten Personalfrage hat Mercedes in diesem Jahr aber noch Großes vor. Geschweige denn Russell, wenn es soweit ist.

Lewis Hamilton nahm sich im knallharten WM-Kampf »einen Moment« Zeit, um seinen künftigen Teamkollegen schon mal Willkommen zu heißen. »Ich erinnere mich, dass ich ihn getroffen habe, als er jung war und davon träumte, ein Formel-1-Pilot zu werden«, schrieb Hamilton in den Sozialen Netzwerken unter anderem unter einem Foto, das ihn und seinen designierten Mercedes-Rivalen George Russell unzweifelhaft vor ein paar Jahren zeigte. »Er ist ein großartiges Beispiel für alle Kids da draußen, dass Träume wahr werden können, wenn man sie mit vollem Herzen verfolgt«, lobte Hamilton.

Große Worte schon vorab vom 36 Jahre alten siebenmaligen Weltmeister für den 13 Jahre jüngeren Russell. Das verbale Zusammenspiel klappt jetzt schon. »Ich habe seit meiner Kart-Zeit zu Lewis aufgeschaut und ich kann als Fahrer, Profi und Mensch nur davon profitieren, nun die Gelegenheit zu haben, von jemandem zu lernen, der für mich sowohl auf als auch neben der Rennstrecke zu einem Vorbild geworden ist«, hatte der künftige Silberpfeil-Pilot über seinen baldigen Teamkollegen Hamilton kurz zuvor gesagt.

Wie erwartet soll Russell mit Rekordweltmeister Hamilton als Zukunftsduo zweier Generationen für Mercedes ab kommendem Jahr durchstarten. »Er hat bislang in jeder Rennserie gewonnen, in der er angetreten ist, und die vergangenen drei Saisons bei Williams haben uns einen Vorgeschmack darauf gegeben, was die Zukunft für ihn bereithalten könnte«, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff in einer Mitteilung über Russell am Dienstag. Der Vertrag sei langfristig, hieß es, Details über die Dauer gab es nicht.

Der 23-jährige Russell hatte bei seinem Debüt im Mercedes als Ersatz für den damals an Corona erkrankten Hamilton im Dezember vergangenen Jahres nur durch unfassbar viel Pech und Patzern von Mercedes in Bahrain seinen ersten Grand-Prix-Sieg verpasst, seine Qualitäten aber mehr als nur angedeutet. In Spa kam er bei der Regen-Renn-Farce kürzlich erstmals auf ein Podest in der Formel 1 als Zweiter. Russell, Sieger der britischen Formel 4 als Neuling 2014, Sieger der damaligen GP3 2017 und Sieger der Formel 2 2018, wird Nachfolger von Valtteri Bottas, dessen Wechsel zu Alfa Romeo nach dieser Saison am Montag bekanntgegeben worden war.

Mit seinen 1,85 Metern und dem aufrechten Gang ist Russell im Fahrerlager schon nicht zu übersehen. Er kommt stets höflich, korrekt und freundlich rüber. Am Steuer des Formel-1-Mercedes dürfte er aber Hamilton Druck machen. Er sei zuversichtlich, dass die beiden ein starkes Team bilden würden, um für den Rennstall in den kommenden Jahren auf und neben der Strecke Leistung abzuliefern, sagte Teamchef Wolff.

Die Frage ist: Startet die neue Mercedes-Mission als Titelverteidiger? Dass die Personalfrage nun geklärt ist, soll auch im WM-Kampf mit Spitzenreiter Max Verstappen und Red Bull noch mal einen Schub bringen.

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