Das Team von Racing Point feiert Sergio Perez, der in Sakhir überraschend gewinnt. FOTO: AFP
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Das Team von Racing Point feiert Sergio Perez, der in Sakhir überraschend gewinnt. FOTO: AFP

Mercedes schenkt Perez den Sieg

(sid). Kopflos ohne den Rekordweltmeister, Drama um den Ersatzmann: In Abwesenheit von Lewis Hamilton hat Mercedes in der Nacht von Bahrain den Überblick verloren und einen Sieg von Joker George Russell verschenkt. Ein beispielloser Doppelfehler beim Reifenwechsel spülte den Mexikaner Sergio Perez an die Spitze - und ermöglichte den völlig unerwarteten ersten Formel-1-Sieg des Racing-Point-Piloten in seinem 190. Karriere-Rennen. "Ich bin sprachlos. Ich hoffe, dass ich nicht träume. Ich habe so oft auf diesen Moment gehofft", sagte Perez, der für 2021 noch kein Cockpit hat: "Die Mercedes hatten ein paar Probleme, aber wir hatten genug Pace, um die anderen hinter uns zu halten."

Bis ins letzte Renndrittel hatte alles nach einem ganz großen Tag für Russell ausgesehen. Das englische Toptalent, normalerweise für Williams im Einsatz, war für Hamilton eingesprungen, als dieser vor einer Woche positiv auf COVID-19 getestet wurde. Am Start jagte er Pole-Setter Valtteri Bottas im anderen Mercedes die Führung ab und fuhr danach auf und davon - bis Mercedes in einer Safety-Car-Phase bei Russell die falschen Reifen aufzog.

Der Engländer musste erneut zum Wechsel, fiel auf Rang fünf zurück, kämpfte sich wieder vor. Und erlitt dann einen Plattfuß am Hinterreifen. Ein weiterer Stopp war nötig, am Ende stand trotz großartiger Leistung der neunte Platz. Bottas musste nach einem ebenfalls völlig verpatzten Stopp mit Rang acht vorlieb nehmen.

Esteban Ocon (Frankreich) im Renault und Perez-Teamkollege Lance Stroll (Kanada) komplettierten das ungewöhnliche Podest in diesem Rennen - das für Sebastian Vettel aber recht gewöhnlich verlief. In seinem vorletzten Rennen für die Scuderia schloss er als Zwölfter außerhalb der Punkte ab. Vettel ersetzt im kommenden Jahr Perez, Racing Point heißt dann Aston Martin.

Vor dem Saisonfinale am Sonntag in Abu Dhabi war an diesem Wochenende noch mal ein Exot an der Reihe, die letzte von einigen ungewöhnlichen Strecken, die es in den Corona-Notkalender geschafft hatten. Denn anders als eine Woche zuvor wurde in Bahrain dieses Mal nicht auf dem Grand-Prix-Kurs gefahren, sondern auf der sonst beinahe ungenutzten "äußere" Variante.

Die ist lediglich gut 3,5 Kilometer lang und rasend schnell, und damit wurden Erinnerungen an ein Rennen im Jahr 1974 wach: Der Große Preis von Frankreich fand in Dijon statt, der Kurs maß lediglich 3,3 Kilometer.

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