So schmeckt der Sieg: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas feiert seinen Erfolg in Sotschi. FOTO: AFP
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So schmeckt der Sieg: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas feiert seinen Erfolg in Sotschi. FOTO: AFP

Mercedes bremst Hamilton aus

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(sid). Lewis Hamilton war genervt nach der verhinderten Rekordfahrt, doch der von seinem eigenen Mercedes-Team ausgebremste Formel-1-Weltmeister wahrte wie immer die Fassung. "Das war nicht der tollste Tag für mich, aber was soll’s", sagte Hamilton schmallippig und gratulierte dem Teamkollegen fair zum Sieg: "Glückwunsch an Valtteri."

Immerhin rettete der sechsmalige Weltmeister in Sotschi Platz drei, an Michael Schumacher kam er am Sonntag aber nicht heran. Der folgenschwere Patzer seiner Boxen-Crew stoppte ihn auf der Jagd nach den 91 Siegen des Rekordweltmeisters. Über die Situation, die ihm die Strafe eingebracht hatte, wollte der WM-Spitzenreiter danach nicht reden: "Es ist nicht mehr wichtig. Ich nehme jetzt diese Punkte mit."

Bottas setzte mit seinem zweiten Saisonsieg vor Max Verstappen (Niederlande) im Red Bull die eindrucksvolle Serie der Sternfahrer in Sotschi fort: In den bisher sieben Rennen am Schwarzen Meer gewann stets ein Mercedes.

"Es ist super, endlich wieder vorne zu stehen", sagte Bottas, bei dem sich offenbar einiges aufgestaut hatte. "An alle, die sich angesprochen fühlen: F**** euch", rief er nach der Zieldurchfahrt via Boxenfunk in Richtung seiner Kritiker. Der Rückstand auf Hamilton im Klassement beträgt allerdings noch satte 44 WM-Punkte, trotzdem glaubt Bottas an seine Titelchance: "Die Saison ist noch nicht zu Ende."

Pole-Mann Hamilton hatte vom Start weg mit immer neuen Bestzeiten die Führung behauptet, bis ihn die Rennleitung mit einer Zehn-Sekunden-Strafe einbremste. Auf der Einführungsrunde vor dem Rennen hatte der sechsmalige Weltmeister wie üblich Probestarts absolviert, allerdings an nicht dafür vorgesehenen Stellen - das Okay dafür hatte er sich von seiner Boxen-Crew geholt. Die beiden zunächst gegen Hamilton verhängten Strafpunkte nahm der Weltverband FIA am Sonntagabend zurück mit der Begründung, Hamilton habe auf Anweisung seines Teams gehandelt. Der Rennstall bekam dafür eine Geldstrafe von 50 000 Euro aufgebrummt. Die Zehn-Sekunden-Zeitstrafe gegen Hamilton bleibe bestehen, teilte die FIA mit.

Hamilton kann nun erst im Oktober Schumachers 91 Siege egalisieren - ausgerechnet am Nürburgring. "Mann, das ist so lächerlich", schimpfte der Brite in den Boxenfunk: "Die tun alles, um mich einzubremsen." Er saß die kompletten zehn Sekunden beim Reifenwechsel ab, schimpfte auch hier ("Ihr habt mich viel zu früh reingeholt") und startete auf den harten Gummis seine Aufholjagd durch das Feld. Für Ferrari war die Spitze erneut weit entfernt, Sebastian Vettel (Heppenheim) und Charles Leclerc (Monaco) hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Im Vorfeld seines 250. Grand Prix hatte Vettel vom Team eine Torte bekommen, sportlich gab es für den viermaligen Weltmeister nichts zu feiern. Am Ende landete er als 13. weit außerhalb der Punkte, Leclerc machte es mit Platz sechs zumindest etwas besser.

Die kommende Station am "Nürburgring wird mit Sicherheit eines der schöneren Rennen", sagte Vettel bei Sky, "aber das Auto wird dasselbe sein wie hier. Also wird es kein leichtes Wochenende." Zumindest einen Rekordmann gab es am Sonntag: Altmeister Kimi Räikkönen (Finnland/Alfa Romeo) fuhr in Sotschi sein 322. Rennen und schloss damit zu dem Brasilianer Rubens Barrichello auf.

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