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Kylian Mbappé

Mbappé bereit zum Generationswechsel

  • vonSID
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(sid). Als Kylian Mbappé als Belohnung für seine Königsklassen-Gala freudestrahlend den Spielball in Empfang nahm, stapfte Lionel Messi bereits mit leerem Blick und gesenktem Haupt schnurstracks in die Kabine. Der designierte Thronfolger stellte den jahrelangen Dominator des Weltfußballs beim 4:1 (1:1) von Paris St. Germain beim FC Barcelona in den Schatten.

Der 22-jährige Mbappé im Rampenlicht und der elfeinhalb Jahre ältere Argentinier nur noch traurige Randfigur? Die Bilder dürften zukunftsweisend sein.

Es scheint, als könne der Franzose mit seinem Dreierpack im Achtelfinalhinspiel der Champions League endgültig einen Generationswechsel eingeleitet haben. »Wir hatten vor dem Spiel keinen Zweifel und jetzt noch weniger, dass wir einen Top-Top-Spieler sehen«, sagte PSG-Coach Mauricio Pochettino: »Die großen Fußballer schreiben ihre Geschichten in den größten Spielen.« Und dass Mbappé diesen Namen verdient, bewies er nun endlich auch in einem K.-o.-Spiel der Königsklasse.

Nur ein Tor für die Pariser in neun Partien der heißen Phase der Champions League lautete die magere Bilanz, ehe er sich zum Helden von Camp Nou aufschwang. Erst als zweitem Gäste-Spieler nach Andrej Schewtschenko 1997 gelang dem wieselflinken Angreifer in Barcelona ein Königsklassen-Dreierpack. Das Tor zum Viertelfinale steht damit trotz der Ausfälle von Neymar und Angel di Maria sperrangelweit offen.

Es könnte Mbappés letzter Anlauf mit PSG auf den europäischen Fußballthron werden, die Gerüchte um einen Sommerwechsel zu Real Madrid halten sich angesichts seines 2022 auslaufenden Vertrages hartnäckig. »Es ist eine langfristige Sache, meine Entscheidung wird nicht auf einem oder zwei Spielen basieren«, betonte der Weltmeister nach dem Sieg gegen Barca.

Glücklich ist Messi bei Barca bekanntermaßen schon länger nicht mehr, der Name Paris fällt immer wieder als mögliches Wechselziel. Mit seinem Auftritt am Dienstag betrieb der sechsmalige Weltfußballer allerdings keine Eigenwerbung. Nach seinem zwischenzeitlichen Führungstreffer per Foulelfmeter tauchte der 33-Jährige wie schon einige Male zuvor in dieser Saison ab.

Die Urteile der internationalen Presse fielen vernichtend aus. Während Mbappé als »Hurrikan« (Marca) oder »unkontrollierbarer Riese« (Sport) bezeichnet wurde, verglich beispielsweise der »Telegraph« Messi mit »einer Glühbirne, die ihren Strom verliert«. Das englische Boulevardblatt »Sun« urteilte gar, dass der »elektrisierende Franzose« Mbappé nun bereit sei, »Messis Krone als König des Weltfußballs zu beanspruchen«. FOTO: DPA

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