Doping-Prozess

Mark S. will sich äußern

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(sid). Am heutigen Dienstag soll sich im Münchner Doping-Prozess der Hauptangeklagte Mark S. erstmals zu den Vorwürfen äußern. Es ist geplant, dass der Anwalt des Erfurter Sportmediziners eine Erklärung verliest. Wir geben einen Überblick über den bisherigen Prozessverlauf.

?Wie weit ist der Prozess im Landgericht München?

In der vergangenen Woche startete die Beweisaufnahme mit dem ersten Zeugen. Zuvor hatten sich drei der insgesamt fünf Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert.

?Was haben die Angeklagten bisher erklärt?

Drei Angeklagte haben ihre Beteiligung an den ihnen vorgeworfenen Dopingpraktiken eingeräumt. Besonders Diana So. und Sven M. sagten umfangreich aus, beide berichteten unter Tränen von Gewissensbissen und Reue. Diana So. hätten vor allem Geldprobleme zu den Taten veranlasst. Die Krankenschwester gab zudem einen konkreten Einblick in den "Dopingalltag", inklusive der Bezahlung und Problemen bei der Entsorgung der Dopingmaterialien. Der ebenfalls angeklagte Vater von S. ließ eine Erklärung verlesen, in der er betonte, nicht aus krimineller Energie oder wegen des Geldes gehandelt zu haben. Er habe seinen Sohn entlasten wollen.

?Was gab es an den ersten Verhandlungstagen Neues?

Wer auf weitere Namen beteiligter Sportler gehofft hatte, wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt enttäuscht. "Der Prozess läuft bisher wie erwartet. Die Angeklagten haben bislang manche Dinge eingeräumt, aber sehr schmallippig. Ich habe das Gefühl, sie räumen die Taten nur dann ein, wenn die Dokumente so erdrückend sind, dass es ohnehin keine andere Chance gibt", sagte Sportrechtler Michael Lehner.

?Was steht heute im Gerichtssaal an?

Am fünften Verhandlungstag könnte es zur mit Spannung erwarteten Aussage von Mark S. kommen, zumindest haben die Anwälte die Verlesung einer Erklärung angekündigt. Bisher hat der Hauptangeklagte während des Prozesses geschwiegen, bei einem Geständnis darf er jedoch mit einem geringeren Strafmaß rechnen. Zu Beginn seiner Untersuchungshaft hatte Mark S. mit den Ermittlern kooperiert und nach den Worten des österreichischen Chefermittlers Franz Schwarzenbacher einige Namen genannt, die "uns nicht bekannt waren".

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