imago1002305375h_260421_4c
+
Der Mainzer Trainer Bo Svensson (M.) feiert mit seinen Spielern den 2:1-Coup gegen den FC Bayern München, der somit seine Meisterparty verschieben muss.

Mainz crasht Meisterparty

  • VonSID
    schließen

Mit dem verdienten 2:1-Sieg gegen München machte der FSV Mainz 05 einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die Bayern sind nach dem ersten vergebenen Titel- Matchball über sich selbst enttäuscht.

Die rund 50 Fans warteten schon sehnsüchtig vor der Arena auf ihre Mainzer Meisterparty-Crasher, doch sie mussten sich gedulden. Erst legte “Bayern-Schreck„ Bo Svensson auf dem Rasen neben Sportvorstand Christian Heidel noch ein Tänzchen zur “Humba„ hin, dann musste der Trainer des FSV Mainz 05 seine Spieler nach dem verdienten Sieg gegen Bayern München loben. “Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein„, sagte der Däne: “Aber das bin ich nicht erst seit heute, sondern schon lange.„

Schon seit Wochen präsentieren sich die Rheinhessen in starker Form - doch das 2:1 (2:0) gegen den Rekordmeister toppte alles. “Die Art und Weise über die 90 Minuten war sehr beeindruckend„, sagte Svensson. Nicht nur vertagten die Mainzer damit die vorzeitige Münchner Meisterfeier, sie setzten im Abstiegskampf auch ein dickes Ausrufezeichen. Denn vor allem in der ersten Halbzeit dominierten die 05er den Serienmeister in allen Belangen, selbst Bayern-Trainer Hansi Flick machte ein “Riesenkompliment„.

Daran hat Svensson, der beim letzten Mainzer Heimsieg gegen die Bayern vor knapp zehn Jahren noch selbst als Verteidiger auf dem Platz gestanden hatte, einen riesigen Anteil. Seit seinem Amtsantritt zu Jahresbeginn hat der frühere Publikumsliebling beim FSV wieder ein echtes Team mit den typischen Mainzer Tugenden Hingebung und Leidenschaft geformt. “Jeder, der auf dem Platz stand, hat sich zerrissen„, sagte Mittelfeldspieler Danny Latza: “Und auch die Jungs auf der Ersatzbank waren mit vollem Elan dabei. Es ist überragend, was hier gerade passiert.„

Durch die Tore von U21-Nationalspieler Jonathan Burkardt (3.) und Robin Quaison (37.), der mit seinem insgesamt 29. Treffer für Mainz zu den Rekordtorschützen Yunus Malli und Mohamed Zidan aufschloss, haben die Rheinhessen auf Rang zwölf nun 34 Punkte auf dem Konto - und beste Aussichten auf den Klassenerhalt. Seit sieben Spielen sind die nach der Hinrunde schon abgeschriebenen Mainzer ungeschlagen (fünf Siege, zwei Remis). Sportdirektor Martin Schmidt war aber trotz der Freude über den Bayern-Sieg bemüht, die Euphorie zu bremsen. “Man hat einen guten Schritt gemacht, aber man ist noch nicht im Ziel dieses Marathons„, sagte der Schweizer. Die Nachholpartie gegen Mitkonkurrent Hertha BSC am 3. Mai sei “das wichtigste Spiel, das jetzt ansteht. Es bleibt steil bis zum Ende, es kann noch alles passieren.„

Die Münchner hingegen waren mächtig genervt. Zwar haben die Bayern “nur„ den ersten von vier Meister-Matchbällen vergeben - aber dieser blutleere, ideenlose und fahrige Auftritt ging Manuel Neuer mächtig gegen den Strich. “So kannst du dieses Spiel natürlich nicht angehen und gewinnen„, kritisierte der Kapitän. Der Wille, die 31. Meisterschaft aus eigener Kraft vorzeitig klarzumachen, ging den Bayern völlig ab. Natürlich lieferte die vierte Saisonpleite der Münchner noch lange keinen Grund zu Panik, die neunte Meisterschaft in Serie ist nur Formsache - angefressen war Trainer Hansi Flick trotzdem. Den nächsten Titel-Matchball haben die Bayern erst in zwei Wochen gegen Mönchengladbach. Ruhe dürfte um Flick aber trotz der Pause keineswegs eintreten, denn nun steht die Entscheidung um seine gewünschte Vertragsauflösung im Sommer an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare