Gestenreich: FCB-Torwart Manuel Neuer und Leipzigs Stürmer Timo Werner (l.). FOTO: DPA
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Gestenreich: FCB-Torwart Manuel Neuer und Leipzigs Stürmer Timo Werner (l.). FOTO: DPA

Magerkost statt Spitzenniveau

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Keine Tore beim Gipfeltreffen, das Duell zwischen Bayern München und RB Leipzig bietet kaum Höhepunkte - weil beide Teams am Ende kein Risiko mehr gehen wollen.

Robert Lewandowski stand mit den Bayern-Kollegen etwas verloren vor der roten Fankurve, am Mittelkreis hakte derweil Leipzigs Timo Werner das 0:0 im Topspiel gedanklich ab - die beiden Torjäger waren blass geblieben, statt der erhofften Gala brachte der Bundesliga-Gipfel in München nur Magerkost.

"Heute war viel drin, aber irgendwie auch nichts. Wir haben es verpasst, aus diesem Spiel unser Spiel zu machen", sagte Bayerns Thomas Müller bei Sky: "Das Problem war, dass beide Mannschaften mit diesem 0:0 irgendwie leben konnten. Am Ende wollte keiner das absolute Risiko gehen, wir selbst haben uns dadurch unserer Stärken beraubt."

Die Bayern, zuvor mit acht Pflichtspielsiegen in Serie, verpassten es auf dem Weg zum achten Titel in Folge, das erhoffte Zeichen zu setzen. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick bleibt dennoch Tabellenführer, für Leipzig war es nach zuletzt drei sieglosen Spielen inklusive Pokal-Aus immerhin ein Achtungserfolg.

"Am Anfang schien es eine Frage der Zeit, wann wir ein Gegentor kriegen", sagte Werner: "Aber in der zweiten Hälfte haben wir gemacht, was der Trainer wollte und waren die bessere Mannschaft. Wir hätten gewinnen können."

75 000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena sahen einen zwar in der ersten Hälfte überlegenen Rekordmeister. Die Münchner nutzten aber ihre Chancen nicht. Der Vorsprung auf RB beträgt weiter nur einen Punkt. Vor der Winterpause hatte der Rückstand der Bayern auf die aufmüpfige Konkurrenz allerdings noch vier Zähler betragen.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Tottenham-Coach Jose Mourinho, der seinen kommenden Champions-League-Gegner Leipzig beobachtete, wollten die Bayern zeigen, "wer Herr im Haus ist", hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic gesagt. Das gelang zunächst recht gut.

Bereits in der fünften Minute zwang Thiago RB-Keeper Peter Gulacsi zu einer Glanztat. Der Mittelfeldspieler ersetzte nach dem 4:3 im Pokal gegen Hoffenheim Corentin Tolisso in der Startelf. Zudem begann wie erwartet Leon Goretzka für den formschwachen Philippe Coutinho. Bei RB setzte Nagelsmann erstmals in der Bundesliga von Beginn an auf die beiden Winterzugänge Dani Olmo und Angelino.

Die hatten viel Defensivarbeit zu leisten. Die Bullen konnten sich dem Druck der Münchner in der ersten Hälfte bis auf wenige Ausnahmen nur schwer erwehren. Müller und Goretzka (11.) verpassten ebenso knapp wie Serge Gnabry (17.) oder zweimal Lewandowski (26. und 38.). Vor allem Alphonso Davies über links war einige Male nicht zu stoppen. Auf der anderen Seite schaffte es RB bis zur Pause zu selten, wie gewünscht schnell umzuschalten und die Bayern vor Probleme zu stellen. Ein gefährlicher Torschuss von Werner in der 24. Minute - das war’s auch schon.

Der Start in den zweiten Durchgang war dann aber gleich vielversprechend. Marcel Sabitzer verzog freistehend, kurz darauf rettete David Alaba in höchster Not gegen Werner. Die Bayern freuten sich danach schon auf einen Strafstoß, der aber wegen einer Abseitsstellung per Videobeweis zurückgenommen wurde (55.).

Das Spiel war nun offen, weil Leipzig mutiger wurde. Die Münchner leisteten sich zudem zu viele einfache Fehler. Einer davon führte zu einer erneuten Großchance durch Werner (63.), der Torjäger vergab jedoch leichtfertig. In der Schlussphase hatte Goretzka (80.) mit der bis dahin größten Bayern-Chance den Sieg auf dem Fuß, Gulacsi parierte aber stark.

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