Endstation Sehnsucht: Der Restart in der Premier League bringt Georginio Wijnaldum (vorn) und den FC Liverpool dem langersehnten Titelgewinn näher. FOTO: DPA
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Endstation Sehnsucht: Der Restart in der Premier League bringt Georginio Wijnaldum (vorn) und den FC Liverpool dem langersehnten Titelgewinn näher. FOTO: DPA

Liverpools Titeljagd

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(dpa). Jürgen Klopp hat sich damit arrangiert, dass es in Anfield vorerst etwas ruhiger zugeht. "Da muss man sich dran gewöhnen", sagte der Liverpool-Coach nach einem Testspiel vor leeren Rängen, "aber ich mag es." Kein Gänsehaut-Moment, wenn die Zuschauer das legendäre "You‹ll Never Walk Alone" anstimmen, kein lautstarker Jubel, wenn die Reds den nächsten Gegner auseinandernehmen - aber immerhin wird ab dieser Woche wieder Fußball gespielt. Und Klopps FC Liverpool kann sich endlich den hochverdienten Titel sichern.

Die erste Meisterschaft der Reds seit 30 Jahren ist bei 25 Punkten Vorsprung nur noch Formsache. Schon am Sonntag könnten die Reds im Lokalderby in Everton den Titel feiern, wenn Titelverteidiger Manchester City am heutigen Mittwoch gegen Arsenal verliert. Hingegen sind das Rennen um die Champions-League-Plätze und der Kampf gegen den Abstieg in England noch lange nicht entschieden.

Die Entscheidung zum sogenannten Re-Start war anfangs allerdings sehr umstritten. Mit mehr als 41 000 nachweislich infizierten Toten ist Großbritannien eines der am schwersten vom Coronavirus betroffenen Länder in Europa. Dass trotz der dramatischen Auswirkungen wieder Fußball gespielt werden soll, sorgte für Kritik. Doch die kritischen Stimmen verstummen zunehmend. Die Liga führte aufwendige Sicherheitsmaßnahmen ein.

Sportlich geht es an den neun verbleibenden Spieltagen um viel. Leicester City (Platz 3/53 Punkte), der FC Chelsea (4/48), Manchester United (5/45) und sogar die Wolverhampton Wanderers (6/43) kämpfen um die Königsklasse, für die in dieser Saison Platz 5 reichen könnte. Der Tabellenzweite Man City wurde wegen Verstoßes gegen das Financial Fair Play von der UEFA für zwei Jahre aus dem Europa-Pokal verbannt. Anfang Juli soll sich vor dem Internationalen Sport-Gerichtshof CAS entscheiden, ob die Sperre Bestand hat.

Spannend wird es auch in der unteren Tabellenhälfte. Mindestens sieben Vereine stecken noch im Abstiegskampf. Mit dem 13. Newcastle United könnte ein weiterer dazukommen. Bei den Magpies herrscht mal wieder Unruhe. Die geplante, umstrittene Übernahme durch ein Konsortium aus Saudi-Arabien droht zu scheitern und könnte den Club ins Chaos stürzen.

Am schlechtesten sieht es für Norwich City aus. Der Aufsteiger mit dem deutschen Trainer Daniel Farke war furios in die Saison gestartet. Doch inzwischen ist Norwich Tabellenletzter mit sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer.

Anders als in Deutschland werden in England üblicherweise selbst im Pay-TV nicht alle Spiele live übertragen. Das ändert sich nun. Einige Partien werden sogar im Free-TV gezeigt. Auch in England wird es bei der TV-Übertragung wahlweise eine Tonspur mit künstlicher Stadionatmosphäre und Publikumslärm geben.

Fast 100 Tage liegt die letzte Premier-League-Partie zurück. Am 9. März fertigte Champions-League-Aspirant Leicester City den Aufsteiger Aston Villa mit 4:0 ab. Niemand ahnte seinerzeit zu diesem Zeitpunkt, welche dramatischen Monate Großbritannien noch bevorstanden.

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