3. Liga in der Hand der Politik

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(dpa). Die Ansage der Politik war unmissverständlich. Soll neben den Bundesligen auch die 3. Liga ihre Saison mit Geisterspielen fortsetzen dürfen, müsse der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dafür "tragfähige Zukunftskonzepte" entwickeln. Während DFB-Präsident Fritz Keller hofft, dass die Öffnung der Bundesligen auch für die Profiligen des Verbandes gelte, untersagten zwei Bundesländer Wettkämpfe bis Ende Mai. Ob es in der 3. Liga weitergeht, ist damit fraglicher geworden, zumal die Probleme vielschichtig sind.

Da der DFB das Hygienekonzept der DFL mitentwickelt und übernommen hat, gelten für Drittligisten die weitgehend gleichen Anforderungen wie für die Bundesliga-Clubs. Da die Mannschaftsärzte in der Regel ehrenamtlich sind, müsste ein Hygienebeauftragter eingestellt werden. Ein eigener Koch oder mehrere Mannschaftsbusse dürften ebenfalls nur wenigen Clubs zur Verfügung stehen. Zudem müssten bei einigen Vereinen Container aufgebaut werden, weil in Kabinen und Duschen nicht der nötige Abstand eingehalten werden kann.

Keine Zuschauereinnahmen, dafür hohe Kosten durch das Hygienekonzept und den Spielbetrieb. Da reicht die angedachte Finanzhilfe von 300 000 Euro pro Club, die der DFB nach einem Schlüssel verteilen will, nicht aus. Am Mittwoch schaltete sich sogar Uli Hoeneß ein. "Der DFB sollte mal eines seiner Silos anzapfen und der 3. Liga die Einnahmen aus ein oder zwei Länderspielen in dieser schwierigen Zeit zugutekommen lassen", sagte der Ex-Bayern-Präsident.

Hatte der DFB erst mit internem Zoff unter den Clubs zu kämpfen, so ist der neue Gegner nun die Riege der Ministerpräsidenten. Anders als bei den Bundesligen liegt die Entscheidung in der 3. Liga bei den Ländern und örtlichen Gesundheitsämtern. An eine Fortsetzung der Saison vor Mitte Juni ist ohnehin nicht zu denken. In den Ländern Thüringen (bis 25. Mai) und Sachsen-Anhalt (bis 27. Mai) ist bis zum Ende des Monats sämtlicher Wettkampfbetrieb untersagt. Um die Saison aber - wie von vielen Vereinen aus vertragsrechtlichen Gründen gefordert - bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen, müsste der Neustart am 23. Mai erfolgen. Für Jena und Magdeburg, die beide ein Heimspiel hätten, ein Ding der Unmöglichkeit.

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