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Lieberknecht nimmt zwei Geflüchtete auf

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(sid). Am Frühstückstisch der Lieberknechts dürften Gespräche über Fußball im Allgemeinen und den SV Darmstadt 98 im Besonderen derzeit nur eine untergeordnete Rolle spielen. Denn die Familie von Torsten Lieberknecht, der als Trainer mit den Lilien auf dem Weg zum Bundesliga-Aufstieg ist, hat gehandelt statt nur geredet und zwei aus der Ukraine geflüchtete Menschen bei sich aufgenommen.

Über Details ist wenig bekannt, der 48-Jährige war noch nie ein Prahlhans. Eine Frau und ihr Sohn haben bei den Lieberknechts Unterschlupf gefunden. Am Zustandekommen des Kontakts soll eine Frau aus dem Vereinsumfeld beteiligt gewesen sein. Völlig unerwartet kam das Engagement nicht, der Coach hatte schon vor zwei Wochen seine Bereitschaft erklärt, den aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen zu helfen: »Bei der Familie Lieberknecht stehen die Türen offen für jeden Flüchtling, der Hilfe braucht.«

Am Wochenende allerdings muss Lieberknechts Fokus wieder auf dem Profifußball liegen, denn für den Zweitliga-Spitzenreiter beginnen - sportlich gesehen - die Wochen der Wahrheit. In den kommenden fünf Partien geht es ausschließlich gegen die direkten Verfolger, den Anfang macht dabei das Topspiel am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1) beim punktgleichen Tabellendritten Werder Bremen. Dort hat Lieberknechts Bremer Kollege Ole Werner mit erheblichen Personalsorgen zu kämpfen. »Das sind schon Knüppel, die uns zwischen die Beine fliegen«, sagte der 33-Jährige, der verletzungsbedingt seine Innenverteidigung mit Kapitän Ömer Toprak und Marco Friedl ersetzen muss. Torjäger Marvin Ducksch ist überdies nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne.

Und so könnten die Aufstiegskandidaten am 27. Spieltag noch enger zusammenrücken. Denn zwischen dem ersten und dem siebten Platz liegen nur sieben Punkte, wobei der siebtplatzierte Hamburger SV noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat. Aber auch beim 1. FC Nürnberg und Schalke 04 sind die sportlichen Hoffnungen groß - und auch realistisch.

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