Timo Werner auf dem Weg zum spanischen Tor. Sergio Ramos (15) kann nicht mehr entscheidend eingreifen. FOTO: DPA
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Timo Werner auf dem Weg zum spanischen Tor. Sergio Ramos (15) kann nicht mehr entscheidend eingreifen. FOTO: DPA

Nations League

Licht und Schatten

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Die Nationalmannschaft liefert einen Neustart mit Licht und Schatten ab. Das DFB-Team von Bundestrainer Joachim Löw führt gegen Spanien - und führt lange. Doch dann kommen die letzten Sekunden.

Das war bitter: Ein Gegentor in letzter Sekunde hat die Nationalmannschaft im lange zähen Fußball-Klassiker um den ersten Pflichtspielsieg gegen Spanien seit 32 Jahre gebracht. Trotz Führung kam die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag nach fast zehn Monaten Auszeit beim Corona-Geisterspiel der Ex-Weltmeister zu einem 1:1 (0:0). Den Treffer von Timo Werner (51. Minute) glich Luis José Gayà (90.+6.) am Donnerstag in Stuttgart noch aus und verhinderte somit noch den ersten Pflichtspielsieg von Löw gegen Spanien.

"Das ist sehr ärgerlich. Wir haben viel reingesteckt und viele Chancen herausgespielt", sagte Werner im ZDF. "Ich glaube, vier Minuten waren angesagt, dann bekommt man in der sechsten Minute der Nachspielzeit ein Gegentor."

289 Tage nach dem letzten Länderspiel war Ersatz-Kapitän Toni Kroos und den Rückkehrern Leroy Sané und Niklas Süle die fehlende Frische und Spielpraxis deutlich anzumerken. Immerhin bissen sie sich besonders in der zweiten Halbzeit richtig rein. Auf vier Münchner Triple-Sieger um Manuel Neuer hatte Löw verzichtet. "Natürlich fehlt der Rhythmus im Spiel", sagte Sané. Wie vor zwei Jahren gegen Frankreich startete die DFB-Elf auch in die zweite Auflage der Nations League mit einem Remis und wartet in dem Wettbewerb nach sieben Spielen noch auf einen Sieg. Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits am Sonntag, wenn die Schweiz in Basel der Gegner ist.

In einer eigentlich offensiven Formation mit Dreierkette und meist zwei Spitzen versuchte das DFB-Team, die Spanier früh in deren eigener Hälfte unter Druck zu setzen. Löw klatschte bei den gelungenen Aktionen - er sah aber vor allem in der ersten Halbzeit auch Defizite.

Die Spanier spielten mit hohem Pressing und provozierten Fehler in der Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld. Ein schwacher Rückpass von Emre Can, der etwas überraschend anstelle von Matthias Ginter in der Innenverteidigung begann, führte zum Missverständnis zwischen dem aus seinem Tor herauseilenden Kevin Trapp und Süle. Gegen den gedankenschnellen Rodrigo konnte Trapp gerade so mit einer Grätsche am Strafraum klären (14.). Auch kurz vor der Halbzeitpause zeichnete sich der Frankfurter Keeper gegen den Leeds-Profi aus (45.).

Gosens legt vor

In der Offensive zeigten die jungen DFB-Profis in Ansätzen ihr riesiges Potenzial. Hinter Sané, der nach gut einer Stunde ausgewechselt wurde, und dem Neu-Londoner Werner begann etwas überraschend Julian Draxler als zentraler Mittelfeldspieler.

Der aufgerückte Außenverteidiger Kehrer mit einem Kopfball (11.), Draxler (14.) und Sané (18.) prüften den spanischen Torwart David de Gea früh. Bis zu Werners Tor nach guter Vorarbeit von Gosens vergingen aber viele Minuten ohne nennenswerte Offensiv-Aktionen des DFB-Teams. Sané, der nach seinem Wechsel zum FC Bayern in der Königsklasse nicht spielberechtigt und deshalb fast ohne Spielpraxis nach Stuttgart gereist war, war zunächst der auffälligste Nationalspieler. Werner wurde in der zweiten Halbzeit stärker, der Chelsea-Stürmer traf nach Vorarbeit von Sané auch noch das Außennetz (61.). Süle scheiterte mit einem Kopfball an De Gea (79.).

In Abwesenheit der geschonten Münchner Champions-League-Sieger Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry, die bei der EM im kommenden Jahr in der Form des Königsklassen-Turniers von Lissabon alle in der Startelf stehen würden, hatte Löw keine drei Tage, um sein Team neu aufzustellen.

Die Spanier, die mit sieben Neulingen im Kader in einem großen Umbruch stecken, erwiesen sich als unangenehmer, aber bei weitem nicht übermächtiger Gegner zum Start. Nach der deutschen Führung hatten unter anderem erneut Rodrigo (58.) mit einem Schuss knapp über das Tor und Fabián Ruiz (64.), dessen Versuch Trapp parierte, gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Auch gegen Óscar war Trapp zur Stelle (84.).

(dpa). Die Schweiz hat einen Fehlstart in die Fußball-Nations League hingelegt. Die Eidgenossen verloren am Donnerstagabend in Lwiw gegen die Ukraine mit 1:2 (1:1). Die Schweiz ist am Sonntag in Basel der nächste Gegner der deutschen Mannschaft in der Gruppe 4 der Liga A.

Unterdessen hat in der Liga B Russland einen unerwartet deutlichen Auftaktsieg gefeiert. Der WM-Gastgeber von 2018 bezwang in Moskau Serbien mit 3:1 (0:0). Russland ist damit erster Tabellenführer der Gruppe 3 vor Ungarn. Das Team um den Leipziger Bundesliga-Torhüter Peter Gulasci gewann in Sivas gegen Gastgeber Türkei mit 1:0 (0:0).

Spitzenreiter der Gruppe 4 in der Liga B ist Wales nach einem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg in Finnland. Im Parallelspiel trennten sich Bulgarien und Irland 1:1 (0:0).

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