_1SPOHSPORT18-B_130007_1_4c
+
Jubeltag: Rekord-Torschütze Robert Lewandowski präsentiert stolz die Meisterschale.

Lewandowskis Rekord und viele Tränen

  • VonSID
    schließen

(sid). Es war ein emotionaler Moment für die Fußball-Geschichtsbücher. Jene 90. Minute im Spiel des FC Bayern gegen den FC Augsburg, als Robert Lewandowski in bester Gerd-Müller-Manier den Ball zum 5:2-Endstand über die Linie schob und sich auf den letzten Drücker doch noch seinen großen Traum erfüllte.

41 Tore in einer Saison! Den »ewigen« Rekord des legendären »Bombers« übertroffen! Heldenhaft! Oder »absolut herausragend«, wie Trainer Hansi Flick beeindruckt die historische Bestmarke seines nimmersatten Torjägers würdigte. »Höre niemals auf zu träumen«, schrieb Lewandowski selbst in den Sozialen Medien neben ein Bild, das ihn mit seinem nackten Astral-Oberkörper beim Torjubel zeigt.

Die letzte Minute war gerade angebrochen, da stand Lewandowski genau dort, wo ein Mittelstürmer stehen sollte, wenn der Torhüter einen Schuss abprallen lässt. Der Treffer war einer, den Gerd Müller kaum anders erzielt hätte: ein »Abstauber« im besten Sinne. Zuvor hatte Lewandowski einige Großchancen vergeben.

Doch dies spielte letztlich keine Rolle, wobei Flick herausstellte, dass der Treffer auch eine »Mannschaftsleistung« gewesen sei. In der Tat: Lewandowski hat verstanden, dass er ohne seine Mitspieler keinen Erfolg haben kann, seinen Kollegen war klar, dass sie ohne ihn nicht auf 99 Saisontore gekommen wären. Dies hob auch Lewandowski hervor, der die neunte Meisterschaft der Bayern in Serie, die 31. insgesamt, seinem Erfolgscoach widmete. »Du bist nicht nur ein großer Trainer, du bist in erster Linie ein toller Mensch«, betonte der 32-Jährige, der sich auch den Goldenen Schuh als treffsicherster Schütze in Europa sicherte, in emotionalen Worten.

Es war überhaupt ein tränenreicher Tag, der nicht nur von Lewandowskis Rekordtor geprägt war. Nach sieben Titeln in elf Monaten verabschiedete sich nicht nur Flick mit großen Emotionen. Seine letzten Worte als Trainer von Bayern München klangen nach Dankbarkeit, nach Stolz und Wehmut, und bisweilen schluckte er, als er sie formulierte. Die »bewegendsten Momente« waren für Flick am Samstag, als er David Alaba und Jerome Boateng ein letztes Mal vom Feld holte, »als sie da auf mich zukamen«. Gerade diese beiden, betonte er, hätten für ihn »eine sehr wichtige Rolle gespielt«. Boateng sei für ihn einer »der besten Innenverteidiger Deutschlands. Ich weiß, dass er gerne hiergeblieben wäre«. Gleiches gilt wohl für Alaba, der nach 13 Jahren in München ebenfalls keinen neuen Vertrag erhielt. Beide sind, so sieht es Flick, ein großer Verlust für den FCB, ganz besonders Alaba. Abgesehen davon, dass der Österreicher ja »drei Positionen auf Weltklasseniveau« spielen könne, zeichne diesen viel mehr seine »soziale Kompetenz« aus: »Für mich«, betonte Flick, »ist er das Herz der Mannschaft, der alle mitnimmt, alle vereint und Spieler auf den richtigen Weg begleitet.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare