Verletzungssorgen: Jerome Boateng (r.) muss raus, für ihn kommt Tanguy Nianzou. DPA
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Verletzungssorgen: Jerome Boateng (r.) muss raus, für ihn kommt Tanguy Nianzou. DPA

Letzte Reserven mobilisiert

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(sid). Leon Goretzka brachte die ganze Misere von Bayern München in nur vier Worten auf den Punkt. "Ich bin sehr müde", räumte der abgekämpfte Nationalspieler nach dem 3:1 (2:1)-Zittersieg des Triple-Siegers beim frechen Aufsteiger VfB Stuttgart ein. Und selbst VfB-Routinier Gonzalo Castro stellte unumwunden fest: "Man sieht, dass die Bayern angeschlagen sind, dass sie zu viele Spiele haben und auf dem Zahnfleisch gehen."

Zwar steht der deutsche Fußball-Rekordmeister vor dem Liga-Gipfel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Verfolger RB Leipzig weiter an der Tabellenspitze - doch angesichts der enormen Belastungen wurde einmal mehr der Verschleiß bei den vor allem defensiv anfälligen Münchnern deutlich. Und die Sorgen der Bayern sind nach dem Südderby noch einmal gewachsen.

Nach den längerfristigen Ausfällen von Alphonso Davies und Joshua Kimmich kehrten nun auch noch Corentin Tolisso, Jerome Boateng und Javi Martinez mit muskulären Problemen aus Stuttgart zurück. Lucas Hernandez war zudem in die Bande gekracht. Trainer Hansi Flick musste alle vier Spieler auswechseln. Ihr Einsatz am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) im Champions-League-Auswärtsspiel bei Atletico Madrid ist fraglich.

Dennoch wollten die Bayern nicht allzu sehr lamentieren. Es sei doch auch "ein Reiz, diese unangenehmen Momente zu überstehen. Gerade im Herbst gibt es immer Probleme", sagte Thomas Müller. Natürlich mache "Hacke, Spitze, eins, zwei, drei mehr Spaß", fügte er an, "aber es geht jetzt darum, durchzuhalten".

Und das taten die Münchner auch nach dem Rückstand durch Tanguy Coulibaly (20.). Kingsley Coman (38.), Robert Lewandowski (45.+1) und Douglas Costa (87.) drehten mit Mühe das Spiel. "Das ist halt Bayern, die machen die Tore zur richtigen Zeit", sagte Castro ernüchtert.

Deshalb war auch Flick nach der erneut wackeligen und glanzlosen Darbietung seiner Stars gnädig. "Wir wissen alle, dass wir gerade keinen Schönheitspreis bekommen und die Mannschaft am Limit ist. Wichtig ist, dass wir nichts liegen lassen und weiter oben stehen", betonte er: "Die Mannschaft hat wieder Moral bewiesen. Wir fahren guter Dinge nach München." Mit "angestrengtem Gesicht, aber einem Lächeln", ergänzte Müller.

Dennoch: Goretzka sprach die Probleme vor der zweistündigen Busfahrt offen an. "Wir haben wieder zu viele Chancen zugelassen, das ist aktuell unser Thema. Wir machen zu viele Fehler, auch mit Ball, und laden den Gegner ein", monierte der 25-Jährige, der in Kimmichs Abwesenheit immer mehr die Führungsrolle übernimmt. Diese Ballverluste würden "unglaublich viel Kraft" kosten.

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