Ehre, wem Ehre gebührt: Claudio Pizarro wird von seinen Teamkollegen nach dem Liga-Erhalt gefeiert. FOTO: AFP
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Ehre, wem Ehre gebührt: Claudio Pizarro wird von seinen Teamkollegen nach dem Liga-Erhalt gefeiert. FOTO: AFP

Der letzte Flug

  • vonSID
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(sid). Am Ende, die Rettung war vollbracht, flog Claudio Pizarro dann noch einmal durch die Luft. Die Kollegen trugen den 41-Jährigen auf Händen und warfen ihn immer wieder in die Höhe. Und so verabschiedete sich die Legende, das Idol von Werder Bremen, der älteste Torschütze der Bundesliga-Geschichte mit einem Lächeln in den Ruhestand - obwohl Pizarro in seinem allerletzten Spiel als Profi nicht mehr auf das Feld durfte.

"Ich habe mich bei ihm entschuldigt, dass ich ihn nicht mehr bringen konnte", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt, vier Jahre jünger als Pizarro, nach dem 2:2 (1:0) im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Heidenheim: "Er hat gesagt: ›Das ist scheißegal, Hauptsache wir sind weiter in der Bundesliga.‹"

So blieb Pizarro ein unrühmliches Karriereende erspart. "Danke Jungs!! Danke Werder Bremen!!!!", schrieb er zum Abschied in den sozialen Medien. Und: "Niemals 2. Liga".

Claudio Miguel Pizarro Bosio, so sein vollständiger Name, hat sechs Meisterschaften gewonnen, sechs Pokaltriumphe gefeiert. Er ist Champions-League- und Weltpokalsieger, Klub-Weltmeister. Mit 197 Toren in 490 Bundesliga-Partien war er lange treffsicherster ausländischer Angreifer, bis Robert Lewandowski vorbeizog. Doch all die Titel und fantastischen Zahlen geben noch keinen Aufschluss darüber, welchen Status sich Pizarro vor allem in Bremen verdient hat, wo er mit seinem Torriecher, seiner außergewöhnlichen Technik und seinem ansteckenden Lächeln von 1999 bis 2001, von 2008 bis 2012, von 2015 bis 2017 und von 2018 bis heute kickte.

"Ich kann meinen Hut nicht tiefer ziehen und mich nicht tiefer verbeugen vor Claudio Pizarro und dem, was er für Werder Bremen, für die Bundesliga geleistet hat. Und ich bin heilfroh, dass wir dieses Kapitel in der Bundesliga beenden konnten", sagte Kohfeldt: "Es ist Wahnsinn, was er den Werder-Fans gegeben hat."

Neulich, erzählte Kohfeldt noch, habe er mit seinem Trainerteam "ein Video geschaut, aus den 1990ern, 2000ern und jetzt 2010ern - und Claudio war immer dabei", sagte er: "Ich habe zum Co-Trainer gesagt: ›Es ist immer dieselbe Fresse, die da lacht‹. Und das zeigt einfach, welche Freude er den Werder-Fans gegeben hat, wie viel Bedeutung er für diesen Verein hat."

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