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Leipzigs Stürmer Andre Valente da Silva befördert den Ball artistisch aufs Stuttgarter Tor. DPA

Leipzig setzt ein Zeichen

(dpa) Vizemeister RB Leipzig spielt wieder wie ein Titelanwärter. Fünf Tage nach dem ganz schwachen Saisonstart in Mainz gewann das Team des neuen Trainers Jesse Marsch gegen den als Tabellenführer angereisten VfB Stuttgart überlegen mit 4:0 (1:0). Der überragende Dominik Szoboszlai (38. und 52.) bei seinem Startelfdebüt, Emil Forsberg (46.) und André Silva (65.

/Handelfmeter) trafen für die spielstarken und -freudigen Leipziger, die den VfB zwischenzeitlich in dessen Hälfte festmachten. Die von Pellegrino Matarazzo trainierten Schwaben verloren ihre Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga allein durch die Gegentore.

Im ersten Bundesliga-Duell zweier US-Trainer bestimmte Leipzig klar die erste Halbzeit. Marsch hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 0:1 beim FSV Mainz 05 auf drei Positionen verändert. Der mit dem FC Bayern in Verbindung gebrachte Kapitän Marcel Sabitzer saß bis zur 68. Minute nur auf der Bank. Angefeuert von den 23 100 Fans in der Arena spielte RB enorm offensiv - Forsberg gab den ersten Schuss ab, den VfB-Torwart Florian Müller parierte (5.).

»Wir sind bereit für eine super Leistung«, hatte Marsch vor dem Spiel gesagt. Der VfB agierte - auch gezwungen durch das dominante RB-Spiel - deutlich zurückhaltender als beim furiosen 5:1 gegen Greuther Fürth zum Auftakt. Hamadi Al Ghaddioui prüfte per Direktabnahme RB-Torwart Peter Gulacsi (10.).

Das Leipziger Pressing funktionierte, besonders Forsberg und Szoboszlai sorgten für Unruhe in der Schwaben-Defensive. Müller musste sich bei einer abgefälschten Hereingabe von Christopher Nkunku strecken, um das 0:1 zu verhindern (15.). Marsch und Matarazzo standen beide immer wieder am Rand der Coaching-Zone und versuchten, Einfluss zu nehmen. Marsch konnte in der 23. Minuten einen Seitfallzieher seines Neuzugangs Silva bestaunen, den Müller aber entschärfte.

Nur wenige Entlastungsangriffe führten zu gefährlichen Aktionen im Leipziger Strafraum. Al Ghaddioui hatte in der ersten Halbzeit eine Chance zur Führung: Er bekam aber nicht ausreichend Druck hinter den Ball (33.).

Davon abgesehen ließ sich der VfB in die eigene Hälfte drücken. Szoboszlai belohnte das beherzte Leipziger Nachsetzen nach einem Stuttgarter Abspielfehler mit seinem Tor per sattem Schuss von der Strafraumgrenze. Die Führung war bei 16:4 Torschüssen in der ersten Halbzeit absolut verdient - und nach 15 Sekunden des zweiten Durchgangs noch beruhigender.

Vom Anstoß weg spielten sich die Leipziger an den Gästen vorbei, Forsberg behielt nach Vorlage von Silva vor Müller aus kurzer Distanz die Nerven. Die Fans feierten ihre Profis und jubelten nach Szoboszlais Kunststück noch lauter. Der Ungar wollte seinen Freistoß wohl eher als scharfe Hereingabe spielen, der stark getretene Ball segelte aber an allen vorbei ins Tor.

Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner nach einem Handspiel von Marc-Oliver Kempf in dessen 100. Bundesliga-Spiel leitete das nächste Tor ein. Silva erzielte seinen Premierentreffer im RB-Trikot. Spätestens jetzt war die Begegnung entschieden, im Anschluss nahm RB ein wenig das Tempo aus dem Spiel.

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