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Groß ist die Enttäuschung bei Leipzigs Mittelfeldspieler Amadou Haidara und seinen Kollegen nach dem Schlusspfiff. DPA

Leipzig hadert nach Kollaps

(sid). Pokalsieger Borussia Dortmund feiert Jude Bellingham und Erling Haaland, Vizemeister RB Leipzig sucht nach der vogelwilden 3:6 (1:3)-Pleite bei Manchester City den Weg aus der Ergebniskrise. Die Stimmung bei den Bundesliga-Topklubs hätte nach dem Champions-League-Auftakt am Mittwoch nicht unterschiedlicher sein können.

So schwärmte BVB-Torjäger Haaland nach dem 2:1 (2:0)-Sieg bei Besiktas Istanbul in höchsten Tönen von seinem Kumpel Bellingham. »Er ist einfach großartig«, sagte die norwegische Tormaschine. Sein Trainer Marco Rose formulierte es so: »Jude ist einfach ein geiler Junge.«

Beide hatten allen Grund für ihre Lobeshymnen. Erst brachte der 18 Jahre alte Brite den BVB nach einer schwierigen Anfangsphase im höllisch lauten Hexenkessel sehenswert in Führung (20.). Dann legte er für Haaland (45.+3) das 2:0 genial auf. »Er ist erst 18, drei Jahre jünger als ich. Ich weiß nicht, was ich sagen soll«, meinte Haaland, nachdem ihm Bellingham im Interview einen Kuss auf die rechte Wange gegeben hatte.

»Wie er das zweite Tor vorbereitet und das erste Tor selber macht, das ist außergewöhnlich«, lobte Rose seinen Schützling, der zum jüngsten Spieler avancierte, der in zwei Einsätzen in Folge in der Königsklasse traf. Damit löste er Frankreichs Kylian Mbappe ab. »Es war eine großartige Atmosphäre, es war eine Freude, vor dieser Kulisse zu spielen. Und das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben«, meinte Bellingham. Zudem stellte Haaland mit seinem 21. Tor im 17. Königsklassen-Spiel einen Rekord auf. Das haben selbst Größen wie Cristiano Ronaldo und Lionel Messi in jungen Jahren nicht geschafft. »Ich denke da nicht so viel drüber nach«, betonte Haaland: »Sie wissen, wie sehr ich die Champions League genieße. Ich bin ein Stürmer, also muss ich auch Tore schießen.«

Tore schossen auch die Leipziger, kassierten bei den Citizens und Star-Teammanager Pep Guardiola jedoch auch doppelt so viele. »Das fühlt sich jetzt natürlich extrem scheiße an«, sagte Nationalspieler Lukas Klostermann nach der Partie. Der nächster Rückschlag hatte die Sachsen bis in Mark getroffen. »Wir haben dieses Team so sehr respektiert, vielleicht zu sehr«, urteilte Trainer Jesse Marsch: »Vielleicht war der Moment ein bisschen zu groß.« Für den US-Amerikaner war der Mittwoch »sicher unser schlimmster Tag in Sachen Verteidigung«.

Nur vier Tage nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern ließ sich RB zum Auftakt der Königsklassen-Gruppenphase vom englischen Meister vorführen - die Ergebniskrise dauert an. »Wir haben jetzt einfach viel zu viele Spiele verloren«, sagte Klostermann: »Da müssen wir jetzt schleunigst auch die Kurve kriegen.«

Vor allem die wesentlichen Fakten sprechen derzeit gegen Leipzig: zehn Gegentreffer in den vergangenen beiden Spielen, drei Pflichtspiele in Folge verloren und nur drei Zähler nach vier Bundesliga-Spieltagen. Leipzig muss jetzt schnell eine Serie starten, idealerweise schon am Samstag (18.30 Uhr) beim 1. FC Köln.

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