Groß ist die Freude bei den Leipzigern Justin Kluivert (M.), Christopher Nkunku (l.) und Amadou Haidara nach dem 3:2-Sieg über Manchester United und dem damit verbundenen Einzug ins Achtelfinale der Champions League. FOTO: AFP
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Groß ist die Freude bei den Leipzigern Justin Kluivert (M.), Christopher Nkunku (l.) und Amadou Haidara nach dem 3:2-Sieg über Manchester United und dem damit verbundenen Einzug ins Achtelfinale der Champions League. FOTO: AFP

Leipzig in Europa angekommen

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(sid). Julian Nagelsmann und seine Spieler feierten den Triumph von RB Leipzig mit einer alkoholfreien Kabinenparty. Die müden Gruppensieger von Borussia Dortmund hingegen wollten nur noch zum Flughafen und ab ins Bett. Nur für RB war der Einzug in ein Champions-League-Achtelfinale noch etwas ganz Besonderes.

"Ich habe einen kalten Kopf, weil die Spieler auch mich nassgespritzt haben", berichtete Nagelsmann am Ende eines großen Leipziger Fußball-Abends, "aber ich rieche nur nach Wasser." Auch ohne Champagner erreichte die Stimmung am späten Dienstagabend ihren Höhepunkt, Grund zur Ausgelassenheit hatten Nagelsmann und sein Team schließlich genug. Das 3:2 (2:0) gegen Englands Rekordmeister Manchester United im abschließenden Gruppenspiel war ungemein wertvoll, nicht nur aus finanzieller Sicht. Zum zweiten Mal in der jungen Klubgeschichte steht RB Leipzig in der K.-o.-Runde. Nach dem Halbfinal-Einzug in der Vorsaison setzten sich die Sachsen in der schweren Gruppe H durch.

Leipzig, erst 2009 gegründet, etabliert sich im Konzert der Großen. "Der Sieg ist sehr bedeutend für die Jungs, damit sie realisieren, dass wir letztes Jahr kein One-Hit-Wonder waren", sagte Nagelsmann: "Es ist auch wichtig, um Spieler an den Klub zu binden, um neue Spieler zu finden." Man habe, so der 33-Jährige, "wieder ein Zeichen gesetzt".

Die Mannschaft, die am Ende trotz der Tore von Angelino (2.), Amadou Haidara (13.) und Justin Kluivert (69.) nochmal zittern musste, kostete ihren Erfolg in vollen Zügen aus. "La Bamba" dröhnte aus den Lautsprechern, als die Spieler hüpfend und singend feierten, alle gemeinsam und jeder für sich.

Daran gemessen nahm der BVB seinen Gruppensieg sehr gelassen hin. Als die müden Dortmunder zum Morgengrauen in ihre heimischen Betten krochen, hatte Marco Reus aber schon einen besonderen "Adventskranz" gebastelt. Vier Siege in zehn Tagen sollen dem BVB in der knüppelharten Vorweihnachtszeit sämtliche drei Titelchancen erhalten. "Wir müssen alle diese Spiele gewinnen", forderte der Kapitän nach dem 2:1 (1:0) bei Zenit St. Petersburg.

Vor allem in der Liga hatte es zuletzt arg geruckelt. Durch das ärgerliche 1:2 gegen den 1. FC Köln und das 1:1 bei Eintracht Frankfurt fehlen Punkte, die den BVB in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht hätten. "Wir müssen oben dran bleiben", sagte Reus nach dem "dreckigen Sieg" im eisigen Russland.

Die erste wärmende Kerze kann die Borussia am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfB Stuttgart anzünden. Es folgen die Ligaspiele bei Werder Bremen (15. Dezember) und Union Berlin (18. Dezember) sowie zwei Tage vor Heiligabend die zweite DFB-Pokal-Runde beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig.

Bei der Bewältigung des Mammutprogramms könnte die Erkenntnis helfen, dass der BVB trotz vieler angeschlagener Profis Kampfspiele gewinnen kann. "Dieser Sieg ist für unser Selbstvertrauen sehr wichtig", sagte Matchwinner Axel Witsel, der gegen seinen Ex-Verein zum Endstand getroffen hatte.

Andererseits hatte der Kraftakt die ohnehin geschwächte Mannschaft "sehr viel Energie" gekostet, wie Trainer Lucien Favre einräumte. Dass es "nicht glorreich" war, wie Reus betonte - egal: "Morgen fragt keiner mehr danach, wie wir gespielt haben, nur nach dem Ergebnis. Unser Ziel haben wir erfüllt."

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