Leihen statt kaufen

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(sid). Kaum Millionentransfers, Leihen als neues Kaufen und generell wenig Fluktuation - die Corona-Krise zwingt die Fußballklubs zu einer neuen Vernunft. Der Transfermarkt hat im Winter einen riesigen Einbruch erlebt, das schier endlose Wachstum endete mit einer Vollbremsung.

»Der Fußball und der Sport sind nachhaltig finanziell geschädigt worden«, erklärte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei Sky Sport News die Zurückhaltung. Verlief die Wechselperiode im Sommer noch einigermaßen normal, sind die finanziellen Reserven vieler Vereine nun aufgebraucht. »Es ist sehr wenig Geld im Umlauf, das spürt man einfach auch«, sagte Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.

Kratzten die Top-Fünf-Ligen Europas im letzten Winter mit ihren Transferausgaben noch fast an der Milliardengrenze, sind die Investitionen in neue Spieler nun auf 270 Millionen Euro gesunken. Keine der Eliteligen in Deutschland, England, Spanien, Italien und Frankreich gab auch nur halb so viel Geld aus wie noch im Vorjahr.

Toptransfers gab es kaum. Mit Said Benrahma ist ein vermeintlicher No-Name mit einer Ablöse von 23 Millionen Euro (vom englischen Zweitligisten FC Brentford zu West Ham United) der teuerste Spieler des Wechselfensters. In England nahmen überhaupt nur sieben Erstligaklubs Geld für fixe Transfers in die Hand, in der Bundesliga sogar nur vier. Stattdessen waren in der Premier League 35 der 46 und in Deutschlands Elitespielklasse 17 von 28 getätigten Transfers Leihgeschäfte. Stattdessen waren in der Premier League 35 der 46 und in Deutschlands Elitespielklasse 17 von 28 getätigten Transfers Leihgeschäfte. Und dennoch halbierte sich die Zahl der Wintertransfers fast überall.

Dies liege vor allem an der Spielerseite, glaubt Sven Mislintat. »Es ist unheimlich schwierig für Spieler, die heute gutes Geld verdienen und zum Beispiel bei großen englischen Klubs nicht so spielen, diese Gehälter woanders noch zu finden«, erklärte der Sportdirektor des VfB Stuttgart.

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