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Leclerc verschenkt möglichen Sieg

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_1SPOHSPORT9-B_174641_4c © DPA Deutsche Presseagentur

Charles Leclerc patzt in Frankreich folgenschwer - und Max Verstappen ergreift die Chance eiskalt: Nach seinem siebten Saisonsieg liegt der Formel-1-Weltmeister nun klar auf Kurs Titelverteidigung.

Nachdem er Max Verstappen mit einem folgenschweren Patzer den nächsten Sieg auf dem Silbertablett serviert hatte, sparte Charles Leclerc nicht mit Selbstkritik. »Wenn uns solche Fehler unterlaufen, müssen wir uns nicht beschweren«, schimpfte der Ferrari-Star, der beim Großen Preis von Frankreich in Führung liegend ausgeschieden war und sich somit selbst um die Chance gebracht hatte, im Titelkampf näher zu rücken: »Das ist inakzeptabel. Wir müssen das in den Griff bekommen.«

So musste Leclerc zähneknirschend und hilflos zusehen, wie Verstappen in der Hitze von Le Castellet die Trophäe des Großen Preises von Frankreich in die Höhe stemmte. Dabei hätte Leclerc dort oben stehen sollen - stattdessen war er in Führung liegend in die Streckenbegrenzung gerutscht und ausgeschieden. Und selbst Weltmeister Verstappen konnte sich nicht so recht darüber freuen, wie er zu diesem siebten Saisonsieg gekommen war. »Das war unglücklich für Charles, ich hoffe, es geht ihm gut«, sagte der Niederländer: »Ich bin dann einfach mein Rennen gefahren. Es liegt noch einige Arbeit vor uns, wir werden einfach so weitermachen.« Auch Helmut Marko, Motorsportchef bei Red Bull, meinte: »Das reicht noch nicht, wir wollen weiter punkten.« Nutznießer war nicht nur Verstappen, der jetzt 63 Punkte vor Leclerc liegt, sondern auch Lewis Hamilton: Der Rekordweltmeister fuhr in seinem 300. Grand Prix in der Königsklasse einen starken zweiten Platz und damit das beste Ergebnis in dieser bislang schwierigen Saison ein.

Schumacher am

Ende des Feldes

Bereits zum vierten Mal in Serie stand der Mercedes-Pilot damit auf dem Treppchen, er landete vor seinem Landsmann und Teamkollegen George Russell. Im Training und Qualifying hatten die Silberpfeile noch deutlich hinter der Spitze gelegen. »Das war ein hartes Rennen, und es ist ein großartiges Ergebnis«, sagte Hamilton: »Die Zuverlässigkeit ist eine unserer großen Stärken.«

Ein gebrauchtes Wochenende erlebte Mick Schumacher im Haas. Nachdem er zuletzt in Silverstone und Spielberg in die Punkte gefahren war, landete er diesmal am Ende des Feldes. Schon bevor er nach einem Rempler des Chinesen Zhou Guanyu (Alfa Romeo) zu einem Dreher gezwungen wurde, war Schumacher deutlich zurück. Der 23-Jährige hatte von weit hinten starten müssen, nachdem seine Bestzeit in der Qualifikation wegen eines Regelverstoßes am Samstag gestrichen worden war. Auch Sebastian Vettel (Heppenheim) im Aston Martin verpasste die Top Ten und blieb als Elfter ohne Punkt.

Leclerc hatte im Vorfeld des Wochenendes die Marschroute für den Rest der Saison vorgegeben. Nach zahlreichen Patzern und technisch bedingten Ausfällen müsse er nun »perfekt« abliefern und sich »keinen weiteren Fehler leisten«. Anfangs sah es auch so aus, als könne der 24-Jährige Verstappen Paroli bieten.

Beim Start blieb er vorne, und obwohl Verstappen in den ersten Runden immer wieder mit der Unterstützung von DRS versuchte, Überholmanöver zu setzen, behauptete der Ferrari-Pilot seine Führung souverän. Die beiden hatten sich schnell vom Rest des Feldes abgesetzt und waren in ihrer eigenen Liga unterwegs.

Doch der entscheidende Fehler unterlief Leclerc nicht unter dem Druck Verstappens: Der Niederländer war in der 18. Runde in die Box gekommen, um zu versuchen, mit frischen Reifen Zeit gutzumachen. Alleine in Führung liegend rutschte Leclerc ins Aus. Möglicherweise war ein steckengebliebenes Gaspedal die Ursache.

Während Leclerc seinen Frust herausbrüllte, funkte Verstappen erschrocken in die Box: »Ist er okay?« Körperlich in Ordnung war der Monegasse, dafür aber auch stocksauer über diesen so ärgerlichen Fehler. Verstappen jedenfalls nutzte diese Steilvorlage und verwaltete das Rennen an der Spitze souverän. Von Hamilton drohte dem Weltmeister keine Gefahr, sodass sich der Red-Bull-Pilot auf die Jagd nach dem Extrapunkt für die schnellste Rennrunde konzentrieren konnte. Diesen ergatterte jedoch Carlos Sainz im zweiten Ferrari, der vom vorletzten bis auf den fünften Platz vorfuhr. Nach der bitteren Enttäuschung um Leclerc war das ein schwacher Trost für die Scuderia.

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imago1013371090h_250722_4c_1 © Imago Sportfotodienst GmbH

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