Basketball

Leben in der Blase

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(sid). Die Langeweile vertrieb Maximilian Kleber mit wummernden Techno-Beats. Gerade erst waren die Dallas Mavericks um den deutschen Basketball-Nationalspieler im Quarantäne-Hotel Grand Floridian nahe Orlando angekommen, da schmiss der 28-Jährige auch schon die erste Corona-Party. Mit Blick auf die angrenzende Seven-Seas-Lagune heizten er und Teamkollege Dwight Powell den übrigen Mitspielern auf den Balkons ihrer Zimmer ein - mit dem notwendigen Abstand natürlich, denn der NBA-Restart ab 30. Juli steht über allem.

"Das hat Spaß gemacht, es war der erste Tag, als wir noch nichts machen konnten", erklärte Kleber die spontane Musik-Session. Seit vergangenem Mittwoch weilen die Mavs auf dem Disney-Gelände in Florida, wo 22 Teams in einem Finalturnier die wegen der Pandemie unterbrochene Saison retten wollen. Stufe eins auf dem Weg dahin war eine völlige Isolation eines jeden neu angereisten Spielers, bis innerhalb von 24 Stunden zwei negative Corona-Tests vorlagen. Solange hieß es: Lockdown im Hotelzimmer. Danach stehen Billard-Tische, Tischtennis-Platten und Spielekonsolen zur Zerstreuung bereit, sogar sechs Friseure stellt die NBA. Das ist auch nötig, denn die Saison mit acht regulären Partien pro Team und anschließenden Playoffs dürfte bis in den Oktober dauern.

"Besonders mental wird das hier eine Herausforderung. Du hängst nur mit deinen Teamkollegen rum, es gibt keine Möglichkeit, Familie oder Freunde zu sehen. Wir müssen uns aneinander gewöhnen", sagte Kleber.

Verständlich also, dass er dem ersten Lagerkoller gleich entgegensteuerte, das Video davon wurde zum Instagram-Hit. Genau wie die Beschwerden über das Essen. Bis die Tests vorlagen, gab es nur abgepackte Verpflegung: Chips, Pasta, Chicken Wings. Es erinnerte an Mahlzeiten, die Otto Normalverbraucher von Langstrecken-Flügen kennt. "LeBron wird das auf keinen Fall essen LOL", twitterte Isaiah Thomas von den Washington Wizards in Anspielung auf Superstar LeBron James. Der "King" selbst aber machte sich keinen großen Kopf um die Bubble in Orlando. Schließlich hat er Ziele mit den Los Angeles Lakers. "Ich nehme das alles an. Für mich geht es um den Prozess", sagte der 35-Jährige: "Ich bin nur aus einem einzigen Grund hier: Den Titel zu gewinnen und jeden Tag besser zu werden."

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