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Für Filip Kostic und seine Kollegen verläuft der Europa-League-Start gegen Arsenal ernüchternd. Am Sonntag kommt Borussia Dortmund zum nächsten Bundesligaduell. (AFP)

Lebbe geht weider

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Die 0:3-Niederlage gegen den FC Arsenal hat gezeigt, dass Eintracht Frankfurt noch nicht das Niveau aus der vergangenen Saison erreicht - vor allem nicht im Angriff. "Momentan müssen wir kleinere Brötchen backen", sagt Trainer Adi Hütter. Am Sonntag (18 Uhr) kommt in Borussia Dortmund der nächste schwere Gegner in den Stadtwald.

Der Frankfurter Medienbeauftragte Marc Hindelang wusste zwar, dass diese unglückselige Fußball-Europapokal-Partie gegen den FC Arsenal im Nachgang nicht mehr zu drehen sein würde, so ein 0:3 sitzt ja schon tief drin im Pelz, der Eintracht-Sprecher wusste aber auch, wer den ultimativen Trost spenden könnte - wer sonst, außer Stepi? Also holte Hindelang das serbohessische Unikum Dragoslav Stepanovic ins Boot, ganz zum Ende der Pressekonferenz: "Stepi, was würdest du nach einem 0:3 sagen?" Die Antwort im besten Bariton und raumfüllend: "Lebbe geht weider." Da konnte auch Adi Hütter schon wieder lächeln.

Der Eintracht-Trainer befindet sich derzeit in einem komischen Spannungsfeld, sein Team macht nicht so viel falsch, aber auch nicht genug richtig, um belohnt zu werden. Irgendwie ist das alles nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut - so irgendwie mittendrin, nicht im Einklang. Der Stand der Eintracht im Frühherbst 2019 ist schwer zu greifen. Mittenhinein in diese Unausgewogenheit platziert der österreichischen Fußballlehrer aber seine Kernbotschaft, die er nach insgesamt zwölf Pflichtspielen fast beiläufig ablässt: "Momentan müssen wir kleinere Brötchen backen."

Die Niederlage gegen das Spitzenteam von der Insel ist gewiss keine, die einen gewachsenen Klub ins Wanken bringen würde, diese Schlappe ist Ausdruck der derzeitigen Kräfteverhältnisse, wobei das Resultat zu hoch ausgefallen ist: "Ergebnis und Leistung passen nicht zueinander", findet Coach Hütter. Doch der Sieg der Engländer war verdient, sie stellten die cleverere, abgebrühtere und gewiss auch qualitativ hochwertigere Elf mit besseren Individualkönnern.

Es ist nicht so, dass die Eintracht enttäuscht hätte, sie hat Paroli geboten, war feldüberlegen, holte elf Ecken raus und schoss 24-mal aufs Tor. "Wir haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht", sagt Hütter. "Wir hatten unglaublich viele Möglichkeiten." Das stimmt einerseits, andererseits aber nicht so ganz. Die Frankfurter hatten nicht die ganz dicken Chancen, die hatten eher die Gunners. Der größte Unterschied zum Vorjahr indes: Der Eintracht fehlt gerade vor des Gegners Kasten das Zwingende, das Unbedingte, das Konsequente. Das liegt, ganz klar, daran, dass die Tormaschinen Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic weitergezogen und nicht en passant zu ersetzen sind. Das Dreigestirn hat in der vergangenen Saison 41 Bundesligatore geschossen, auf europäischem Geläuf kommen noch mal 16 Tore hinzu - macht insgesamt 57 Treffer. Hütter weiß, dass diese Flut an eigenen Toren nur schwer zu kompensieren sein wird.

Der Coach bittet um "Zeit und Geduld". Die neue Sturmreihe muss zueinanderfinden und sich einspielen. "Sie haben schon bewiesen, dass sie Tore schießen können. Der Knoten muss einfach platzen." Zurzeit deutet gerade André Silva an, dass er Potenzial hat. Etwas verwunderlich ist hingegen der nicht gerade optimale Fitnessstand bei Sturmtank Bas Dost. Das räumt der 30-Jährige selbstkritisch ein: "Es nervt mich, dass ich physisch noch nicht da bin, wo ich sein müsste."

Hütter ist dessen ungeachtet wichtig, "dass wir uns Chancen herausarbeiten". Das hört sich banal an, ist es aber nicht: Wer nämlich nicht in der Lage ist, sich Torgelegenheiten zu erspielen, hat in aller Regel ein Qualitätsproblem. Das hat die Eintracht alles in allem nicht, aber sie ist noch immer unfertig, vieles passt noch nicht zusammen. Hütter ist gefordert, seiner Mannschaft Leitplanken aufzustellen und ihr Hilfestellung zu geben. Denn offensichtlich ist auch, dass die Statik des Spiels schief ist, die Abstände stimmen oft nicht, die Mannschaftsteile klaffen zu weit auseinander, was - gerade gegen schnelle Gegner - immer wieder zu brandgefährlichen Situationen führt. Das hat nicht nur mit der Abwehr zu tun, wenngleich der Formverfall von Kapitän David Abraham bedenklich ist.

In der Mitte hat Hütter noch keine optimale Besetzung gefunden, er baute jetzt zweimal auf Zugang Djibril Sow, der in Augsburg schwächelte und gegen Arsenal in Halbzeit eins zwei kapitale Fehlleistungen einstreute. Der Schweizer, das ist positiv, hat sich aber gefangen und später angedeutet, dass er sehr viel mehr kann, als er bisher gezeigt hat.

Sebastian Rode wird zunächst nicht helfen können, sein Knie ist genau an der Stelle lädiert, an der der Knorpel herausgebrochen war. Die MRT-Bilder aber hätten Entwarnung gebracht. "Ich bin froh, dass am Knorpel nichts ist", bekundet Hütter. "Das wäre fatal gewesen." Rode wird dennoch einige Zeit fehlen.

Ohne Rode gilt es nun, Borussia Dortmund am Sonntag (18 Uhr) die Stirn zu bieten. "Wir müssen jetzt im Kopf schnell umschalten", fordert Makoto Hasebe. Doch Vorsicht: Schwächer als Arsenal ist der BVB eher nicht.

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