Laura Siegemund aus Metzingen steht gemeinsam mit der Russin Wera Swonarewa im Doppel-Finale der US Open in New York. FOTO: AFP
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Laura Siegemund aus Metzingen steht gemeinsam mit der Russin Wera Swonarewa im Doppel-Finale der US Open in New York. FOTO: AFP

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Laura Siegemund greift nach Titel

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(sid). Wera Swonarewa wich entsetzt zurück, als ihre Doppelpartnerin Laura Siegemund nach dem verwandelten Matchball auf sie zugestürmt kam. "Sie hatte Angst, dass ich ihr um den Hals falle und wir disqualifiziert werden, weil wir uns zu nahe kommen", sagte Siegemund und musste laut lachen: "Ich bin ja auch wirklich so eine emotionale Person und mache gerne Luftsprünge. Das fehlt mir hier irgendwie."

Sonst fehlt der 32-Jährigen aus Metzingen bei den US Open nicht viel zum Glück. Als erste Deutsche seit Turniersiegerin Claudia Kohde-Kilsch vor immerhin schon 35 Jahren steht Siegemund im Damendoppel-Finale von New York. Am Morgen nach dem Halbfinalsieg gegen die Russinnen Anna Blinkowa und Weronika Kudermetowa kamen auch schon die Glückwünsche aus dem fernen Saarbrücken. "Das ist echt cool", sagte Claudia Kohde-Kilsch: "Ich drücke Laura fest die Daumen, dass sie den Titel wieder nach Deutschland holen kann." Aber wie immer das Finale auch enden werde: "Sie kann megastolz sein, denn ein Grand-Slam-Finale ist ein Grand-Slam-Finale, egal ob Einzel oder Doppel. Das spielst du nicht jede Woche."

Siegemunds Chancen für das Finale stuft "CKK" als gut ein: "Laura hat mit Wera Swonarewa eine starke und erfahrene Partnerin an ihrer Seite, und sie selbst spielt ja auch ein Riesenturnier." Bemerkenswerterweise das erste überhaupt mit Swonarewa. "Das ist egal", sagt Kohde-Kilsch: "Wenn es passt, dann passt es. Dann ist es quasi Liebe auf den ersten Blick."

Gerade für die "Liebenden" im Doppel ist es in Corona-Zeiten allerdings besonders schwer. "Wir sitzen auf der Bank und können uns eigentlich gar nicht über unsere Taktik unterhalten", sagte Siegemund: "Wir sind drei Meter auseinander, da können wir gleich zu den Gegnerinnen gehen und mit ihnen sprechen."

Vor dem Finale am Freitag gegen die an Nummer drei gesetzten Nicole Melichar/Yifan Xu (USA/China - 6:4, 3:6, 7:6 gegen Asia Muhammad/Taylor Townsend/USA) haben Siegemund und Swonarewa zwei Tage Pause, davon gönnt sich Siegemund einen Tag, "um mal abzuschalten". Erst am Donnerstag beginnt das spezifische Training mit Blick auf die Gegner, die ja auch erst dann feststehen.

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