Bernhard Langer ist bereit für die Saisonfortsetzung. FOTO: DPA
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Bernhard Langer ist bereit für die Saisonfortsetzung. FOTO: DPA

Langer ohne Langeweile

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(sid). Nein, Bernhard Langer hat sich gewiss nicht gelangweilt in den vergangenen Wochen. Klar, die Corona-Pandemie schränkte auch ihn ein: So war der Golfplatz des Woodfield Country Club in Boca Raton in Florida, in dessen Nachbarschaft er und seine Familie leben, lange Zeit gesperrt, und auch den Gym konnte er nicht nutzen. Aber erstens sorgte Tochter Jackie für Abwechslung: Sie machte ihren Papa Anfang April zum Opa. Und zweitens ist Langer keiner, der auf der faulen Haut liegt.

"Man muss einfach ein bisschen kreativ werden, um nicht zu viel an Gewicht zuzunehmen", berichtete er auf der Homepage der PGA. Und diese Kreativität war gefragt, denn: "Jedes Mal, wenn ich am Kühlschrank vorbeigehe, will ich mir etwas nehmen. Ich bin es nicht gewohnt, fünf Monate am Stück daheim zu sein. Es ist sehr verlockend." Also nahm Langer am heimischen Pool eine Reihe von Fitnessvideos auf, nannte sie "Burn Baby Bern" und griff dabei zu Pokalen oder Gießkannen anstelle von Gewichten.

Das Programm könnte sich nun auszahlen. Der erstaunlich fitte Langer, ja immerhin schon 62 Jahre alt, ist seit Wochenbeginn im Colonial Country Club im texanischen Fort Worth. Dort wird am Donnerstag nach einer Pause von 90 Tagen die PGA-Tour die US-Saison fortsetzen. Tiger Woods wird fehlen, wegen der Quarantänebestimmungen auch die außerhalb der USA wohnenden Adam Scott (Australien) und Tommy Fleetwood (Großbritannien), also die Nummern sechs und zehn der Weltrangliste.

Ansonsten aber ist alles da, was Rang und Namen hat, angeführt vom Weltranglistenersten Rory McIlroy (Nordirland), gefolgt von Jon Rahm (Spanien), Broeks Koepka, Justin Thomas, Dustin Johnson (USA) oder Im Sung-Jae (Südkorea), der vor der Pause so großartig aufspielte. Und dann haben die Veranstalter eben auch Langer eingeladen. Der nutzt dieses und das Turnier ab nächster Woche in Hilton Head/South Carolina zur Vorbereitung auf den Restart der Senior Tour.

Auch die Golfer müssen sich erst mal an die neuen Umstände gewöhnen, zunächst die ersten fünf der insgesamt 25 in diesem Jahr geplanten Turniere finden ohne Zuschauer statt. Jeweils zu Beginn jeder Turnierwoche werden Spieler und Caddies sowie Mitarbeiter der PGA und der gastgebenden Clubs auf das Virus getestet, dafür sind drei mobile Labore im Einsatz. Die PGA hat außerdem Flugzeuge gechartert, um die Spieler von Ort zu Ort zu bringen: 600 Dollar kostet das (300 für Caddies).

Langer, seit 2002 Mitglied der World Golf Hall of Fame, wird sich ab 31. Juli beim Turnier in Grand Blanc/Michigan wieder auf die Senior Tour konzentrieren. Dort fehlen dem Dauerbrenner noch vier Siege, um den Rekord von Hale Irwin (USA/45) zu erreichen. Mit elf Titeln bei den Majors auf der Senior Tour ist er jetzt schon unerreicht. "Es war eine wunderbare Reise", sagt Langer - aber noch ist sie ja nicht zu Ende: "Ich spiele noch ein bisschen. Aber sicher keine fünf Jahre mehr."

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