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Lammers-Tor reicht nicht

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Von: Redaktion

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Die Führung für die Eintracht: Sam Lammers (r.) zieht vor dem Wolfsburger Sebastiaan Bornauw (Nr. 3) ab und lässt Torhüter Koen Casteels keine Chance. Am Ende müssen die Frankfurter aber mit einem 1:1-Unentschieden in Niedersachsen zufrieden sein. © Imago Sportfotodienst GmbH

Eintracht Frankfurt wartet weiter auf den ersten Sieg, ist damit nach Fürth und Bielefeld die einzige Mannschaft, die noch keinen Dreier geschafft hat. Immerhin haben die Hessen beim VfL Wolfsburg dem bis dato viermal siegreichen Tabellenführer beim 1:1 am Sonntagabend den ersten Punkt abgeknüpft.

Es war für die Eintracht das dritte 1:1 in dieser Woche, nach den Partien gegen Stuttgart und Fenerbahce Istanbul. Am Ende hatten die Frankfurter Fortuna auf ihrer Seite, zum Schluss dieser Fußball-Bundesliga-Partie wirkten die Hessen fast stehend k.o. Sam Lammers, dem ein wundervolles 1:0 gelungen war, sagte hinterher: »Wir wollten aggressiv spielen und auf die zweiten Bälle gehen. Wir haben viel Druck ausgeübt, aber in der zweiten Halbzeit fehlte uns etwas die Energie. Es war eine gute erste Halbzeit, und eine schwächere zweite.«

Erstaunlicherweise hatte der Frankfurter Trainer Oliver Glasner den selben elf Spielern das Vertrauen geschenkt, die bereits am Donnerstag in der Europa League in der Startformation standen, also auch Innenverteidiger Martin Hinteregger. Überraschend deshalb, weil sich Hinteregger in diesem Spiel gegen Fenerbahce kurz vor Schluss zwei Bänder in der Schulter gerissen hatte und eigenen Worten zufolge daraus eine Schulterläsion davon getragen hatte. Aber Hinteregger hat offenbar gewaltig auf die Zähne gebissen. Und sein Einsatz sollte sich als lohnend erweisen, der Kapitän hielt die Abwehr lange Zeit zusammen.

Das war auch erforderlich, weil die Eintracht überhaupt nicht in die Partie kam. Der VfL hatte sofort das Heft des Handelns in die Hand genommen und entsprechende Chancen (u. a. traf Wout Weghorst per Kopf die Latte/16.). Die Frankfurter hätten sich also über einen frühen Rückstand nicht beschweren können.

Sie spielten aber auch lange Zeit richtig schlecht. Anders als gegen Fenerbahce dauerte es dieses Mal fast eine halbe Stunde, ehe die Gäste nach und nach ins Spiel fanden. Es war Lammers, der Niederländer im Angriff, dem eine erste Torannäherung gelang, seinen Kopfball wischte VfL-Torwart Koen Casteels von der Linie (24.), dann verpasste Filip Kostic eine gute Hereingabe von Rafael Borré um Haaresbreite. Der Kolumbianer war auf der rechten Seite überhaupt nicht ins Spiel eingebunden, ohnehin kamen die Frankfurter, wenn sie denn mal offensiv wurden, vornehmlich über die linke Seite, auf der wieder Erik Durm agierte.

Eintracht kämpft um jeden Meter

Über links fiel dann auch der eigentlich überraschende Frankfurter Führungstreffer. Und es war ein wunderschön herausgespielter mit einem sehenswerten Volltreffer in den Winkel: Über Durm kam die Kugel zu Kostic, der ohne zu schauen halbhoch in die Mitte passte, wo Lammers den Ball volley unters Tordach knallte, 38 Minuten waren da gespielt.

Die Gastgeber brachten nach der Pause Lukas Nmecha ins Spiel und forcierten sofort ihre Bemühungen um den Ausgleich. Gleich zweimal lag er in der Luft: Erst schoss Weghorst (55.) allein vor Trapp volley über die Latte, dann entschärfte Trapp einen Linksschuss von Lukebakio (56.). Die Frankfurter mussten sich in dieser Phase immer weiter in die eigenen Defensive drücken lassen. Viel zu häufig schlugen sie einfach nur die Bälle hinten heraus. Aber sie kämpften um jeden Meter.

Und dann war es nach 70 Minuten so weit, die Eintracht hatte auch förmlich darum gebettelt. Kostic hatte nach einem abgewehrten Eckball den Ball vertändelt, Mbabu auf Luca Waldschmidt gepasst. Dessen Schuss konnte Trapp zunächst noch abwehren, den Abpraller staubte Weghorst zum 1:1 ab. Unverdient war es jedenfalls nicht.

Unverständlicherweise nahm Glasner unmittelbar nach dem Tor Kostic aus dem Spiel, unverständlich deswegen, weil der Serbe der einzige im Team ist, der immer für Torgefahr sorgen kann. In den letzten Minuten entwickelte sich ein echter Wildwest-Fußball mit Chancen hüben wie drüben. In der Nachspielzeit erzielte Weghorst das vermeintliche 2:1, doch der Niederländer stand im Abseits. So blieb es beim 1:1, dem neuen Standardergebnis der Frankfurter.

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